Danke und "adios"!

Seit vielen Wochen haben wir uns nicht mehr gemeldet. Wir sind richtig drin in unserem neuen deutschen Alltag. Peru und unser Leben dort ist nun schon mehrere Monate her - und dennoch fühlt es sich oft noch so an, als wären wir gerade erst dort gewesen. In unseren Gesprächen und Erinnerungen ist Curahuasi und die Mitarbeit bei Diospi Suyana noch sehr präsent.

 

Wir beenden die Zeit der Beiträge auf unserer Homepage und sagen D A N K E für alles Interesse an unserem Leben und unserer Arbeit in Peru! Wir wünschen euch frohe und gesegnete Weihnachten!

 

Herzliche Grüße und "adios"!

 

Integrativer Geburtstag

Heute feierte Julian seinen ersten Kindergeburtstag zurück in Deutschland. Natürlich durfte nach drei Jahren in Peru auf keinen Fall eine Piñata fehlen (ein mit Süßigkeigen gefüllter Pappmaché-Ball, der im Baum o.ä. hängt und den die Kinder mit verbundenen Augen und einem Stock in der Hand zerschlagen müssen, damit die Süßigkeiten herausfallen)! So konnten wir den wesentlichen Bestandteil eines peruanischen Kindergeburtstages in Julians Fest integrieren.

 

Doch unser Geburtstagsfest hatte noch ganz andere integrative Elemente. Wir möchten Julian darin unterstützen, neue Freundschaften aufzubauen. Er ist gerade dabei, sich in seine Schulklasse zu integrieren. Zu seiner Geburtstagsfeier lud er drei Jungs und ein Mädchen ein. Das Mädchen ist die Tochter unserer deutschen Nachbarn. Die drei Jungs sind aus Julians Klasse. Einer von ihnen kommt aus der Türkei, der nächste aus Spanien und der dritte aus Griechenland. Zwei von ihnen sprechen nur sehr gebrochen deutsch. 

 

Diese Truppe spiegelt unseren momentanen Eindruck hier in der Stadt: unglaublich viele, bunte Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Auf dem Spielplatz hören wir oft mehr andere Sprachen als deutsch. Das ist für uns was ganz neues! In Peru gab es nicht viele Ausländer (abgesehen von den Diospi-Missionaren und den Touristen), in unseren Jahren zuvor in Dresden auch nicht.

 

Da leben wir momentan (Re-)Integration auf vielen verschiedenen Ebenen!

 

Zurück auf Los

Viel Zeit ist seit unserem letzten Eintrag vergangen... Volle, bewegte, teils sehr schöne und teils sehr anstrengende und herausfordernde Wochen liegen hinter uns. Wir wussten, dass unsere Rückkehr nach Deutschland mit vielen organisatorischen Dingen verbunden sein wird. Dass wir so! viele Dinge bedenken, organisieren, bewerkstelligen und meistern und viel Kraft und Nerven lassen müssen, war uns jedoch nicht klar..

 

Die ganz gewöhnlichen ´Punkte bei einem Umzug (z.B. funktionierten unser Telefon und Internet zwei Wochen nicht, wir warteten mehrmals (vergeblich) auf den Kundendienst) mussten wir genauso klären wie etliche Versicherungsfragen (Welche Versicherungen brauchten wir nur für Peru? Was brauchen wir nun?) und viel Bürokratie. Unsere Abschlusstage bei der VDM standen an, weitere Vorträge und viele Möbel- und Flohmarkteinkäufe (unsere Kinder passten vor drei Jahren z.B. noch in Babybett und Wickelkommode bzw. auf ein Bobbycar und ein Kleinkindfahrrad, nun brauchen wir ganz andere Möbel und Fahrzeuge für sie!).

 

Dazu fuhren wir tausende (wirklich!) Kilometer durch Deutschland, um unsere Familien und Freunde wieder zu sehen (was wir sehr genossen!!), zur VDM (Bremen) - und an die Ostsee zu Freunden aus Curahuasi. Zu unseren langen to-do-Listen kam nämlich eine heftige und hartnäckige Erkrankung, die Tobias aus Peru mitgebracht hatte. Ein Arzt empfahl ihm die Seeluft, die nur bedingt Linderung brachte. Trotz vieler konservativer Versuche, Tobias gesund zu bekommen musste er Ende August operiert werden. Die OP war heftig und Tobias ist noch immer nicht ganz fit. Daher beginnt er auch erst im Oktober zu arbeiten.

 

Letzte Woche begann mit Julians Start in der deutschen Schule unser neuer Alltag. Er geht gerne zur Schule, wofür wir sehr dankbar sind! Dass wir uns seit drei Monaten in Deutschland immer noch fast täglich über Sonne satt freuen können, machte uns den Einstieg zurück nach Deutschland leichter! Nun freuen wir uns auf den ersten Herbst seit vier Jahren..

 

Reich beschenkt!

Seit gut drei Wochen sind wir zurück in Deutschland und hatten bisher keine Langeweile.. neben den ersten beiden Vorträgen, die wir bisher über unser Leben in Peru halten konnten, waren wir viel unterwegs, auf Wohnungs-Arbeits-Schul-und Kindergartensuche. Gott hat uns reich beschenkt:

 

Wir haben (trotz großer anfänglicher Schwierigkeiten) eine tolle Wohnung in Reutlingen gefunden! Tobias hat eine Arbeitsstelle! Julian hat einen Schulplatz und Mavi einen Kindergartenplatz (was an ein Wunder grenzt, denn die Reutlinger Kindergärten sind überfüllt und die Wartelisten lang)! Wir sind sehr dankbar und glücklich!

 

Ehe wir unser "neues" deutsches Leben beginnen können, stehen uns noch mehrere Termine und viele organisatorische Dinge bevor, zudem der Umzug in unsere neue Wohnung im August. Mit Gottes Hilfe werden wir alles gut schaffen!

 

Wieder da!

Seit ein paar Tagen sind wir zurück in Deutschland! Nach knapp drei Jahren in Südamerika fiel uns als erstes auf, wie schön, geordnet und sauber alles hier ist! Das genießen wir gerade sehr, genauso wie das Zusammensein mit Familie und Freunden!

 

Am Frankfurter Flughafen kam leider nur unser halbes Gepäck an. Wir mussten eine Vermisstenmeldung machen und hofften darauf, dass unsere vier noch ausstehenden Gepäckstücke bald gefunden werden würden.. Nach zwei Tagen wurden sie uns ans Haus geliefert - praktisch!

 

Kaum zurück sind wir bereits am organisieren unseres Wiedereinstiegs nach Deutschland. Tobias hat mehrere Vorstellungsgespräche und wir sind auf Wohnungssuche, was sich leider sehr schwierig gestaltet.. Falls jemand Kontakte haben sollte: wir suchen eine Wohnung in Reutlingen ab 3 Zimmern!

 

Wir laden herzlich ein zu unseren VORTRÄGEN, in denen wir über unser Leben und unsere Arbeit in Peru berichten werden:

 

Ehningen: Freitag, 29.6. 19.30 Uhr (Evangelisches Gemeindehaus, Schloßstr. 43)

 

Herrnhut: Samstag, 7.7. 19.45 Uhr (Comeniusschule)

 

Dresden: Freitag, 17.8. 17.30 Uhr (Gemeinderäume der Vineyard Dresden, Großenhainerstr. 137)

 

Ein Ausflug hoch zu Pferde

Vor ein paar Tagen machten wir mit unseren peruanischen Nachbarn einen großen Abschieds-Ausflug (ein fröhliches Highlight in der sonst sehr traurigen Abschiedszeit). Früh um 6.30 Uhr fuhren wir los in eine kleine "comunidad" (kleines "Dörfchen" von 73 Einwohnern) in der Nähe von Curahuasi. Dort warteten bereits gesattelte Pferde auf uns. Mit zwei Männern als Begleiter ritten wir um 7.30 Uhr los - immer bergauf, bergauf, bergauf. Dreieinhalb Stunden lang! Dann hatten wir eine Höhe von knapp 4400m erreicht und waren in einer Zone angelangt, in der es mehrere kleine Lagunen gibt. Die größte von ihnen ist z.B. die Wasserreserve der comunidad unten.

 

Zweieinhalb Stunden lang wanderten wir zu mehreren Lagunen - auf 4400m Höhe und mit kniehohem dürrem Gras auf sehr steinigem Boden garnicht so einfach. Wir gönnten uns eine Pause und aßen zu Mittag.

Peruaner schmieren übrigens nicht einfach ein paar belegte Brote für einen Ausflug. Unsere Nachbarin hatte einen Topf Reis, Hähnchenschlegel und sogar eine Schüssel gemischten Salat mitgebracht!

 

Oben erwartete uns auch ein spektakulärer Ausblick auf die um uns liegenden Berge. Mehrere schneebedeckte knapp 6000-er glitzerten in der Sonne! Tiiiiief unten im Tal konnten wir einen Blick auf Curahuasi und auf den von oben so klein erscheinenden Hausberg des Ortes erhaschen. Unglaublich schön!

 

Der Ritt zurück nach unten war für uns alle sehr anstrengend... Es ging zum Teil sehr steil nach unten und wir hatten oft Sorge, vom Pferd zu fallen! Zudem tat uns bereits nach einer Stunde alles (!) weh... Nach eineinhalb Stunden führten wir unsere Pferde daher eine zeitlang und gingen zu Fuß.

Als wir um 18 Uhr alle heil in der comunidad ankamen, waren wir völlig erschöpft aber sehr froh!

 

Zuhause kochten wir uns eine heiße Suppe - und konnten uns vor lauter Schmerzen kaum auf unsere harten Holzstühle setzen.. Der Ausflug war aber einer unserer besonderen Erlebnisse in Peru und wir würden ihn trotz Angst und Schmerzen nicht missen wollen!

 

Torte aus dem Topf

Vorgestern waren wir bei einer peruanischen Familie zum Geburtstag eingeladen. Unsere Freundin stellte einen selbstgebackenen Kuchen auf den Tisch. Da staunten wir! Die Familie hat (wie 95% aller Peruaner hier in den Anden) keinen Backofen (kann sich hier kaum einer leisten)!

 

Unsere Freundin erzählte uns stolz, dass sie im Internet auf Rezepte gestoßen sei, mit denen man Kuchen im Topf backen kann! Man gibt den Kuchen in seine Form, schließt diese Form wasserdicht ab. Diese geschlossene Form gibt man in einen großen Topf, der mit kochendem Wasser gefüllt ist. Auch diesen Topf schließt man mit einem Deckel gut ab. So "bäckt" der Kuchen munter im Dampf. Unglaublich, dass das funktioniert!

 

Die Schoko-Muffins hat übrigens die Schwester der Mutter gebacken - in der Mikrowelle ;)

 

Treppen steigen

Jeden Morgen und jeden (Nach-)Mittag führt unser Weg zum/vom Colegio über einen kleinen Berg. Das erste Drittel der "Berg-Strecke" geht einfach so den Hang hinunter, was v.a. in der Regenzeit bei Matsch und glitschigem Untergrund echt herausfordernd ist. Die letzten zwei Drittel des Berges führen uns 100 Treppen hinunter auf die Straße, an deren Ende Julians Schule und Mavis Kindergarten ist.

 

Curahuasi ist eine kleine Stadt in den Anden. Sie liegt in einem großen, weiten Tal. Die Straßen im Ort gehen selten geradeaus, vor allem aber hoch und runter. Da haben unsere Waden ordentlich zu tun :)

 

Eine hohe Auszeichnung

Gestern Abend wurden die Gründer von Diospi Suyana, Martina und Klaus John, in Lima mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der deutsche Botschafter überreichte den beiden Ärzten in Vertretung des deutschen Bundespräsidenten diese hohe Auszeichnung.

 

Das Bundesverdienstkreuz ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Es wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. 

 

Wir freuen uns sehr, dass die tolle Arbeit und die Umsetzung der Vision von Klaus und Martina John vom deutschen Staat so gewürdigt wird! Und wir sind dankbar, eine zeitlang in diesem Werk mitarbeiten zu können!

 

Hochzeit auf peruanisch

Letztes Wochenende waren wir zum zweiten Mal zu einer peruanischen Hochzeit eingeladen. Eine Putzfrau aus dem Krankenhaus, die die OP-Säle sauber macht und daher täglich mit Tobias zu tun hat, lud uns zu ihrer standesamtlichen Trauung ein.

 

Wir sollten um pünktlich 11.30h im Haus der Brautleute sein. Als wir um 11.40h eintrafen, war noch kaum jemand da. Der Bräutigam rannte mit Shorts und T-Shirt umher und baute mit einigen Männern einen Sonnenschutz - die Trauung sollte um 12 Uhr im Garten statt finden. Um 12.30h hieß es, jemand müsse den Standesbeamten aus dem Rathaus abholen. Am besten mit dem Auto.. Tobias hatte sich gerade bereit erklärt, zum Rathaus zu fahren, als sich doch eine andere Lösung auftat.

Um 13 Uhr begann die Trauung. Eine einfache Zeremonie mit zwei Standesbeamten, den Brautleuten und den Trauzeugen.

 

Nebenher kochten Verwandte am Rand des Gartens das Mittagessen. Ganz einfach auf offenem Feuer. Sie fritierten jeweils einen Eimer voll Hähnchen- und einen Eimer voll Schweinefleisch. Dazu gab es Kartoffeln und Salat.

In Peru bekommt man zum Essen immer nur eine Gabel. Das Fleisch wird mit den Händen gegessen. Den Rest, den man nicht schafft, packt man nach dem Essen einfach in eine Plastiktüte und nimmt ihn mit nach Hause. Das machen alle so. Für uns ist das total geschickt - da fällt es nicht auf, wenn man das Essen nicht mag und den Großteil davon in eine Tüte verschwinden lässt... Das heutige Festessen war aber wirklich lecker!

 

Hier in den Anden heiraten nur wenige Paare. Für die meisten ist eine Hochzeit schlichtweg unbezahlbar. Das Paar heute hat zwei erwachsene Töchter und lebt schon seit vielen Jahren zusammen. Vor einigen Jahren bekehrten sich die Brautleute. Daher war ihnen nun wichtig, sich trauen zu lassen. In zwei Monaten wird ihre kirchliche Hochzeit in unserer Gemeinde statt finden - und die gesamte Gemeinde wird dazu eingeladen.

 

¡Felices Pascuas! - Frohe Ostern!

Jedes Jahr überlegen sich einige Missionare, wie man zusammen den Ostersonntag feiern könnte. Heute trafen wir uns alle auf dem Hausberg. Manche wanderten hinauf, andere fuhren mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Um 8 Uhr fand ein kleiner Gottesdienst statt, um an die Auferstehung Jesu zu denken. Die Kinder hörten die Ostergeschichte und durften anschließend Osternester suchen (ganz unperuanisch! Hier kennt man weder Osterhasen noch Ostereier!). Später gab es ein tolles zusammen getragenes Frühstücks-Buffet. Die Sonne kam heraus und sorgte bereits ab 8 Uhr für T-Shirt-Wetter auf 3000m Meereshöhe.

 

Wir wünschen Euch frohe Ostern!

 

Der Engel sagte zu ihnen: "Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazarth, den Gekreuzigten.

Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden!"    Markus 16, 6:

 

Geld gleich um die Ecke

Seit einigen Wochen verfügt Curahuasi über eine neue, tolle Errungenschaft (zumindest für uns gringos):

einen Geldautomaten!! Bislang mussten wir zum Geld abheben immer ins 2,5 Stunden entfernte Cusco oder ins 2 Stunden entfernte Abancay fahren. Jetzt gibt es diese Möglichkeit tatsächlich hier im Ort!

 

Leider funktioniert der Automat nicht immer... Und wenn er funktioniert, hat er manchmal kein Geld mehr... Wir wollen uns aber mal nicht beschweren und finden es trotzdem toll, dass wir nun um die Ecke an Geld kommen können - zumindest manchmal ;)

 

Schonmal bei Regen auf dem Gehweg übernachtet..?

Am gestrigen Sonntag Nachmittag wollte Reni nur eben ein paar Fotos von der langen Warteschlange vor dem Hospital machen... als sie mit zwei Frauen und dann mit vielen anderen wartenden Menschen ins Gespräch kam. Jeder wollte seine Geschichte erzählen, wo er herkommt, weshalb er hier ist, wie lange er schon vor dem Krankenhaus wartet.

 

Momentan warten aufgrund der peruanischen Sommerferien täglich extrem viele Patienten vor dem Hospital. Viele von ihnen übernachten auf dem Gehweg an der Straße, die zum Krankenhaus führt - gestern Abend waren es 180 Personen.... Mehrere Nächte in einem der (obwohl sehr einfachen und günstigen) Unterkünfte der Stadt können sie sich nicht leisten.

 

Jeden Montag bis Freitag um 6 Uhr morgens verteilen die Sicherheitskräfte und ein Mitarbeiter der Patientenaufnahme am Haupteingang des Hospitals "Eintrittskarten" ("Coupons") an die wartenden Patienten. Hier geht es nicht danach, wer an welcher Position in der Schlange steht/ schläft, sondern wer welchen Arzt benötigt. Jeder Arzt, der im Hospital in der Sprechstunde arbeitet, gibt täglich eine bestimmte Anzahl "Coupons" heraus. Ein Allgemeinarzt kann an einem Tag viel mehr neue Patienten sehen als z.B. unser Urologe, der täglich mehrere Stunden operiert.

 

Im Bild oben links sitzen drei Frauen aus Puno, Titicacasee (500km von Curahuasi entfernt, 10 Stunden Busfahrt). Zwei davon sind Schwestern, die zusammen hierher reisten. Eine der Schwestern hat gynäkologische Beschwerden. Sie bekam nach wenigen Tagen einen Coupon und wurde von unserer Gynäkologin untersucht und behandelt. Die andere Schwester braucht einen Termin beim Allgemeinarzt. Momentan arbeiten leider nur wenige Allgemeinärzte im Hospital. Die zweite Schwester wartet daher bereits seit 14 Tagen auf einen Coupon - und ihre nette Schwester leistet ihr Gesellschaft. Sie hatten gestern bereits 14 Nächte auf dem Gehweg hinter sich - in der momentanen Regenzeit regnet es jede Nacht sehr stark und andauernd.

 

Die meisten Patienten, mit denen Reni gestern sprach, kamen vom Titicacasee. Einige kamen aus dem Bundesstaat Cusco (2 - 6 Stunden Fahrtzeit), einige aus Andahuaylas (5 Stunden Fahrtzeit), eine Frau sogar aus dem 1.750km!! entfernten Chiclayo aus Nordperu! Sie musste zwei ganze Tage Bus fahren, ehe sie in Curahuasi ankam.

 

Mit Plastikplanen und warmen Decken versuchen sie, sich nachts vor Kälte und Nässe zu schützen. Wir haben Hochachtung vor diesen Menschen, die so viel Hoffnung auf eine gute Behandlung in unserem Hospital haben und dafür so viel auf sich nehmen. Auch mehrere Kinder schlafen mit ihren Eltern auf dem Gehweg. Einige sind nur Begleitung der Eltern, andere brauchen einen Termin beim Kinderarzt. Gott sei Dank arbeiten momentan vier Kinderärzte im Hospital, so dass kranke Kinder sehr schnell einen Termin bekommen.

 

Koka-Tee

Hier in den Anden wird viel Koka-Tee getrunken und wird viel Koka gekaut. Es hilft gegen die Höhenkrankheit, gegen Durchfall und gegen manch andere Leiden. In Peru kann man Kokablätter landesweit legal kaufen. Es gibt die Blätter auch als "mate de coca" (Koka-Tee) in kleinen Teebeuteln im Supermarkt zu kaufen. Man findet hier auch Koka-Bonbons, Schokolade mit Kokablättern und vieles mehr.

 

Der „mate de coca“ ist in Peru und anderen Andenregionen Nationalgetränk. Die Verarbeitung der Kokablätter zu Tee wird hier sogar staatlich gefördert. Ein Teebeutel enthält ca. 1 g getrocknete Kokablätter. Sein Geschmack ist grasig herb, ähnlich dem grünen Tee. Wir trinken ihn gern (und haben keinerlei aufputschende Wirkung feststellen können)! Und er hilft wirklich gegen Durchfall! Da die Teemischung Pflanzenteile der Koka-Pflanze enthält, unterliegt sie dem deutschen Betäubungsmittelgesetz. Der Besitz oder die Einfuhr jeglicher Koka-Produkte ist in Deutschland strafbar.

 

Während in der westlichen Welt „Koka“ meist mit der Droge Kokain gleichgesetzt wird, ist das Kauen von Kokablättern in Peru und vielen anderen Andenländern Südamerikas seit Jahrhunderten verbreitet. Wir sehen oft Bauern bei der Arbeit, die Koka kauen. Getrocknete Kokablätter enthalten etwa 0,5 % Kokaïn, das aber beim Kauen nicht herausgelöst werden kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass dem Kauen von Koka-Blättern jedes Suchtpotenzial fehlt.

Um mit Hilfe von Chemikalien 1 kg Kokaïn herzustellen, braucht es 200 kg Blätter.

 

Die Heimat des Kokastrauches liegt an den Osthängen der Anden von Peru, Bolivien und Kolumbien in Höhen von 500 bis 2000 m. Peru ist mit gut 45% weltweites Haupt-Anbauland von Koka.

 

1859 war es Albert Niemann gelungen, Kokain aus der Koka-Pflanze zu isolieren und dieses als schmerzbetäubendes Medikament zu gebrauchen. Daraufhin interessierten sich zunehmend Ärzte für den neuen Wirkstoff. Siegmund Freud nahm selbst drei Jahre lang Kokain! Er hielt es für ein gutes Schmerzmittel und mögliches Heilmittel bei psychischen Krankheiten. Im 20. Jahrhundert wurde Kokain zu einer verbreiteten Droge. 1925 wurde es auf der Genfer Konvention als abhängig machende Droge verboten. Seit 1961 stehen auch die Kokablätter auf der Liste der Vereinten Nationen "verbotener Substanzen des Einheits-Übereinkommens über psychotrope Stoffe" (Drogen), obwohl Koka kein Kokaïn ist.

 

Kleine Piratin..

Dieses kleine Mädchen aus Juliaca (Nähe Titicacasee) kam vor kurzem mit ihrer Mutter in die Sprechstunde der Augenklinik. Das linke Auge der zweijährigen hatte sich in den letzten Monaten zunehmend verschlechtert. Sie konnte seit mehreren Wochen gar nichts mehr auf dem linken Auge sehen. Weshalb das so war, blieb unklar.

Es wurde eine Computertomographie vom Kopf gemacht und Verdacht auf einen Tumor gestellt.

 

Unsere Augenärztin operierte die kleine süße Peruanerin daher schnell. Sie entfernte ihr das gesamte Auge. Tobias war für die Narkose des Mädchens zuständig. Bei genaueren Untersuchungen des herausgenommenen Auges wurde festgestellt, dass tatsächlich ein Tumor das Auge befallen hatte. Somit war die Operation absolut notwendig.

 

Wir hoffen, das Mädchen erholt sich schnell von der OP!

 

Tierischer Besuch

Die letzten Tage hatten wir mehr Besuch, als uns lieb war - von Tieren. Einige Skorpione waren vor dem starken Regen in unser Haus gekrochen. Zwei Mäuse hatten herausgefunden, dass wir Brot trocknen, um daraus Paniermehl zu machen. Sie bekamen wir nur schwer wieder los...

 

Eine nette Abwechslung war: ein Kolibri! Dieser hatte sich vor einigen Tagen in unser Kinderzimmer verflogen! So etwas haben wir hier noch nie erlebt. Wir haben mehrere Kolibris in unserem Garten. Warum dieser sich ins Haus verflog, wissen wir nicht.

 

Der kleine Kolibri versuchte immer wieder, nach "oben" (Richtung Dach) zu entfliehen. Die einzigen Ausgänge unseres Kinderzimmers sind jedoch eine Tür und ein Fenster. Die steuerte er nie an. Nachdem wir ihm zwei Stunden Zeit gelassen hatten, versuchten wir, den Kolibri sanft Richtung Fenster zu lotsen. Wir spannten ein Bettlaken, um das Zimmer immer mehr einzugrenzen. Der Kolobri flatterte durchs Zimmer - und setzte sich aufs Bettlaken.. den Fensterausgang wollte und wollte er nicht erkennen.

 

Irgendwann war der kleine Kerl so müde, dass Tobias ihn fangen konnte. Wir gingen mit ihm in den Garten und Tobias öffnete seine Hände. Der erschöpfte Kolibri blieb noch mehrere Sekunden in Tobias Hand sitzen, bevor er losflog.

 

¡Felíz año nuevo!

Silvester ist in Peru "gelb". Man trägt gelbe Unterwäsche und dekoriert die Wohnung mit gelben Glitzerbändern - das bringt Glück, meinen die Peruaner. Um Mitternacht isst jeder zwölf Trauben, zu jedem Glockenschlag eine. Das bringe auch Glück. Diese Bräuche haben die Peruaner von den Spaniern übernommen. Im Ort werden seit Tagen gelbe Sachen und Trauben in großen Mengen verkauft. Knaller gibt es natürlich auch.

 

Ein weiterer lustiger Brauch ist, dass die Peruaner an Silvester ihre Koffer packen. Nachts geht man mit den gepackten Koffern um den Tisch - damit es im neuen Jahr mal mit einer Reise klappt.

 

Aberglaube ist in Peru weit verbreitet. Das ganze Jahr über. In der präkolumbischen Zeit verehrten die Menschen in den Anden Erde, Feuer, Luft und andere Elemente als Götter. Die Spanier stülpten den Südamerikanern dann die Glaubensvorstellungen der römisch-katholischen Kirche über. Es entwickelte sich vielerorts eine kulturell-religiöse Fusion, die bis heute besteht. Religiöse Riten wurden mit alten, andinden Ritualen gemischt, die oft noch aus der Zeit vor den Inka stammen.

 

Wir wünschen Euch auf jeden Fall einen guten Rutsch und Gottes reichen Segen für 2018!

 

Es weihnachtet...

Weihnachten rückt immer näher... Auch hier in Curahuasi hatten wir die letzten Tage einige Advents- und Weihnachtsfeiern zu schultern: Im Hospital, für den Arbeitsbereich OP und im Colegio. Auch in unserem Kinderclub luden wir zu einer kleinen Weihnachtsfeier ein.

 

Weihnachten für die Peruaner bedeutet Panettone essen und heiße Schokolade trinken. Das durfte also nicht fehlen. 46 Kinder kamen zu unserer Club-Weihnachtsfeier - unsere Panettones reichten gerade so für alle..

 

Ganz anders als wir es von Kindern in Deutschland kennen, wollten mehrere peruanische Kinder ihren Panettone lieber nach Hause mitnehmen. Sie wollten ihn dort mit ihrer Familie teilen, anstatt ihn alleine aufzuessen. Zwei Kinder brachten sogar leere Plastikflaschen mit, um ihre heiße Schokolade für die Familie nach Hause mitnehmen zu können.

 

Die Armut in vielen Familien ist groß. Da ist selbst ein Stück Panettone und ein Becher Kakao eine Besonderheit.

Dieses miteinander teilen rührt uns sehr. Davon können wir uns wirklich eine Scheibe abschneiden!

 

Wir wünschen Euch allen von Herzen frohe und segensreiche Weihnachten!

 

Ein ganz besonderer Adventsbasar

Diese Woche erreichten uns diese Bilder, die uns tief rührten. Im dritten Jahr in Folge haben Mütter von Kindern aus Julians ehemaligem Dresdner Kindergarten dort einen Adventsbasar für uns auf die Beine gestellt. Sie backten besondere Leckereien, bastelten und nähten wunderschöne Kleinigkeiten, pflanzten Aloe Vera und produzierten in diesem Jahr sogar eine kleine Weihnachts-CD! Der Erlös aller verkauften Dinge ist für uns.

 

Wir freuen uns riesig über dieses so besondere Engagement und schicken hiermit ein RIESEN DANKESCHÖN in den Kindergarten der Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt!

 

Süßer Advent

Die wunderbare Adventszeit hat begonnen. In Deutschland lasst ihr Euch sicher Mandarinen, Lebkuchen und Co. schmecken! Wir haben gerade auch ein ordentliches Lebkuchenpaket aus Deutschland bekommen und werden diese ganz besonderen Köstlichkeiten sehr genießen!

 

Mandarinen gibt es in Peru auch - aber auch nur im Winter, hier also von Juni bis August. Momentan hat die "Granadilla" (Foto) Saison. Eine lustige, kugelrunde Frucht! An langen dünnen Ästen wachsen sie heran, alle 10cm hängt eine Frucht. Das sieht manchmal ein bisschen aus, als hingen da Weihnachtskugeln :).

 

Innen hat die Granadilla eine glibrige graue Masse, die erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Schmecken tut sie aber hervorragend! Süß und knackig zugleich. Wir löffeln sie sehr gerne aus!

 

Letztes marschieren im Team...

Am Wochenende war es wieder soweit. Der "día de Curahuasi" wurde gefeiert ("Curahuasi-Tag") - unser Dorf stand Kopf. Am Donnerstag tanzten bereits etliche Kindergruppen aus verschiedenen Kindergärten und Schulen auf der Plaza. Am Freitag wurden Festreden gehalten und marschierte der gesamte Ort: alle Kindergärten und Schulen, alle Institutionen, Vereinigungen, Stadtteile, Ämter. Von den Ortschaften und Städten unseres Bundesstaates kamen Abordnungen und marschierten ebenfalls. Auch die gesamte Belegschaft unseres Hospitals marschierte gegen 13 Uhr in der heftigsten Mittagshitze (Foto) mit dem Krankenwagen als Abschluss.

 

Der "día de Curahuasi" scheint für unseren Ort der wichtigste Feiertag des Jahres zu sein. Ihm zu Ehren fand die letzten Tage ein Marathon, ein Fahrradrennen, ein Motocross-Rennen und ein zweitägiges Pferderennen statt. Auf der Plaza wurde das ganze Wochenende lang gefestet und gefeiert. Bis morgens um 5 Uhr spielte die Quechua-Musik, wurde getanzt und viel Alkohol getrunken.

 

Für uns war dies das letzte marschieren im Diospi-Team. Nächstes Jahr zum peruanischen Nationalfeiertag Ende Juli werden wir bereits wieder in Deutschland sein..

 

Einmal aufpumpen, bitte!

Zwei- bis dreimal täglich klopft es ungeduldig an unsere Tür. Draußen stehen Kinder. Sie bringen ihre Bälle und ihre Fahrräder mit - zum aufpumpen.

 

Als wir nach Curahuasi zogen hatte es sich unter den peruanischen Kindern in unserem Viertel sehr schnell herumgesprochen, dass wir eine Luftpumpe besitzen. Und nun kommen sie und pumpen am liebsten selbst - zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.

 

Volkszählung 2017

Peru möchte wissen, wie viele Einwohner es hat. Daher war am Sonntag Volkszählung - "censo nacional". Alle Einwohner Perus sollten gezählt werden, auch die Ausländer, die momentan in Peru leben. Man schätzt ca. 31 Millionen Einwohner.

 

Doch nicht nur die momentanen Bewohner des Landes sollten gezählt werden. Auch die Anzahl und der Zustand der Gebäude, Häuser und Wohnungen sollte aufgenommen werden. Interessant ist vor allem, dass die Regierung außerdem eine Übersicht über all die kleinen "comunidades indígenas" auf dem Land haben möchte. Das sind die vielen kleinen Dörfer der "Eingeborenen", meist nur eine handvoll verstreute Häuser. Hier sollen Informationen über die Organisation der Kommunen, die verfügbaren Transportmittel, der Zugang zu Bildungs-, sozialen und medizinischen Einrichtungen u.v.m. gesammelt werde.

 

Am Sonntag durfte kein Bewohner Perus das Haus verlassen, ehe er gezählt und befragt wurde. Eine solche Ruhe auf der Straße und im Ort haben wir hier bisher noch nie erlebt.. In Curahuasi wurde der Sonntagsmarkt ausnahmsweise auf den Samstag verlegt. Alle Geschäfte, die sonst an 365 Tagen im Jahr geöffnet haben, blieben geschlossen. Zwischen 5 und 17 Uhr wollten die "Zähler" kommen. Bei uns kamen sie gegen 15 Uhr vorbei und stellten viele Fragen. Nach der Befragung brachten die beiden Mitarbeiter einen Aufkleber an unserer Haustür an: "vivienda censada" - "gezählter Wohnraum". Bei unserem anschließenden Spaziergang durch unser Viertel staunten wir, hinter welchen Eingängen Menschen wohnen..

 

Beim Friedensrichter

Wie oft wir hier in Peru schon beim Notar saßen... Hier muss gefühlt jedes Dokument und jedes offizielle Schreiben notariell beglaubigt werden. Die eigene Unterschrift allein reicht nicht aus.

 

Unsere Visa müssen z.B. einmal jährlich verlängert werden - im Dezember Renis und Tobias Visa, im April Julian und Mavis Visa. Damit wir nicht ständig nach Lima fliegen müssen, schicken wir Vollmachten nach Lima und ein peruanischer Mitarbeiter macht für uns die Behördengänge. Für die Beantragung der peruanischen Arztlizenz von Tobias brauchten wir auch viele beglaubigte Dokumente. Auch für Tobias peruanischen Führerschein, für unseren Autokauf u.v.m..

 

Beim Notar kommen immer etliche Stempel auf unsere Vollmachten und Dokumente, wir müssen jew. zwei Fingerabdrücke aufs Papier drücken und unterschreiben. Die Notare selbst unterschreiben dann auch immer sehr künstlerisch.

 

Leider gab die Notarin in Curahuasi ihr Büro auf, so dass wir vor kurzem in Cusco auf Notar-Suche waren, um Vollmachten beglaubigen zu lassen. Die Assistentin des Notars dort sagte uns jedoch, dass wir als Ausländer zwei peruanische Zeugen bräuchten. Ohne diese Zeugen würde die Notarin uns nichts beglaubigen. Genervt machten wir uns von dannen.. Wir waren schon in Lima, in Arequipa und in Curahuasi beim Notar. Keiner hatte zuvor peruanische Zeugen gefordert.

 

Gott sei Dank gibt es seit kurzem im Nachbardorf einen "Friedensrichter". Der darf auch Papiere beglaubigen. Zu ihm fuhren wir letzte Woche. In seinem Büro bot sich uns ein herrliches Bild: eine uralte Schreibmaschine, im nur mit Tüchern abgetrennten Nebenraum schnatterten viele Enten. Der Friedensrichter selbst war ein herrlich alter, sehr langsamer Mann. Reni musste ihm alle Papiere anreichen und bis auf die Unterschrift des Friedensrichters alles (eigentlich von notarieller Seite auszufüllende) selbst eintragen. Wir waren jedoch froh, unsere Papiere beglaubigt zu wissen!

 

Endlose Kurven..

Von Curahuasi bis nach Cusco sind es 120 km die Panamericana entlang. Das klingt erstmal gut. Da wir viele Höhenmeter und etliche Serpentinen passieren müssen, dauert die Fahrt jedoch fast drei Stunden.

 

Curahuasi liegt auf 2650 m. Auf der Fahrt nach Cusco fahren wir zunächst knapp 700 Höhenmeter bis an den Fluß Apurímac hinunter (siehe Foto: die ersten 20km unserer Strecke). Anschließend geht es eine ganze zeitlang geradeaus, bis wir uns auf einen Pass auf 3700 m Höhe hinaufschlängeln müssen. Später folgt eine Hochebene mit vielen grasenden Kühen, die uns immer ans Allgäu erinnert ;). Cusco befindet sich dann auf 3450 m. Unseren Kindern wird aufgrund der Kurverei immer wieder schlecht. Meist geben wir ihnen vor der Fahrt ein Medikament gegen Reiseübelkeit.

 

Die Straßenverhältnisse haben sich die letzten Jahre immens verbessert! Vor 12 Jahren dauerte die Fahrt nach Cusco noch acht Stunden!! In den letzten Jahren wurden Brücken gebaut und die Panamericana komplett geteert. Eine Peruanerin erzählte uns, dass während ihrer Kindheit vor ca. 35 Jahren die Fahrt nach Cusco noch zwei ganze Tage in Anspruch nahm! Alle Flüsse und Bäche mussten umständlich umfahren werden und die Panamericana war eine Schotterpiste.

Wir sind sehr dankbar, dass wir trotz aller Kurven so zügig nach Cusco reisen können!

 

Wir fahren ca. alle zwei Monate für ein Wochenende nach Cusco. Nur dort können wir Geld abheben - in Curahuasi gibt es keinen Bankautomaten. Mehrere Lebensmittel und viele sonstige Dinge des täglichen Bedarfs können wir auch lediglich in Cusco kaufen. Zudem ist es nach ein paar Wochen Dorfleben auch schön, mal wieder Stadtluft zu schnuppern!

 

(zum besseren Verständnis unseres Fotos: die gestrichelte weiße Linie an deren Seiten "Cuzco" und "Apurímac" steht markiert die Grenze zwischen den beiden Bundesstaaten Cuzco und Apurímac)

 

10. Geburtstag Hospital Diospi Suyana

Am 31. August feierte das Hospital seinen 10. Geburtstag. Das war ein Spektakel! Fast 5000 Peruaner waren gekommen, um beim großen Fest dabei zu sein. Sogar der peruanische Präsident kam mit einigen Ministern aus Lima angereist! Seine Anwesenheit war bis kurz vor dem Fest unklar, da die peruanischen Lehrer seit über zwei Monaten im Sreik sind. Sie hatten heftige Proteste angemeldet, sollte der Präsident tatsächlich kommen. Mehrere Militärberater aus Lima waren am Tag vor dem Fest angereist, um die Sicherheitslage einschätzen zu können. Am Festtag selbst waren 500 schwerbewaffnete Polizisten anwesend, um die Sicherheit (v.a. des Präsidenten) zu gewährleisten. Tatsächlich kamen 1000 z.T. aggressive Streikende mit Bannern, die jedoch weit unterhalb des Hospitals an der Panamericana von der Polizei blockiert wurden.

 

Das Festprogramm ging über zwei Stunden. Zu Anfang marschierte die gesamte Schüler- und Lehrerschaft des Colegio Diospi Suyana ein. Anschließend wurden zunächst die peruanische, dann die deutsche Nationalhymne gesungen. Klaus und Martina John stellten den Werdegang ihrer Vision und Umsetzung des Hospitals vor. Der Präsident bedankte sich für die wertvolle Arbeit des Hospitals und machte einen sehr sympathischen, volksnahen Eindruck. Mehrere Persönlichkeiten aus Peru, Deutschland und den USA hielten kurze Reden. Schön waren auch die Tänze zweier Gruppen aus dem Colegio. Die zentrale Botschaft der Feier war die große Dankbarkeit Gott gegenüber für seinen unermesslichen Segen für dieses große Projekt.

 

Am Tag zuvor hatten wir stundenlang mit ca. 50 weiteren Helfern 5000 Tütchen mit einer Packung Keksen, einem Getränk und einem Kuli befüllt und 5000 Sandwiches belegt.. Diese Tüten wurden den Festbesuchern nach dem Festprogramm ausgehändigt. Alles in allem war es ein sehr schönes, ergreifendes Fest und wir sind dankbar, in diesem wunderbaren Projekt mitarbeiten zu können!

 

Endlich gern in der Schule!

Am 7. August begann in Peru das zweite Halbjahr des Schuljahres 2017. Unser Colegio machte zum ersten Mal seine Türen auf für Quereinsteiger. An den staatlichen Schulen ist es immer möglich, zum Halbjahr die Schule zu wechseln.

 

Die letzten vier Wochen hatte Reni gemeinsam mit der Psychologin alle Hände voll zu tun mit den Neuanmeldungen im Colegio. Jeder neuangemeldete Schüler muss in Mathematik und Spanisch getestet werden. Sind die Ergebnisse schlecht, machen die Schüler psychologische Tests. Diese verraten, ob der Schüler normal intelligent ist (und nur aufgrund der vorherigen schlechten Schulbildung in unseren Mathe- und Spanischtests schlecht abgeschnitten hat), oder ob er Lernschwächen oder andere Beeinträchtigungen hat.

 

Sind die Tests in Ordnung, ist es Renis Job, die Familie des Schülers zuhause zu besuchen. Viele ärmere Familien der neuangemeldeten Schüler stellten zudem einen Antrag auf Unterstützung durch einen Paten. Auch das ist Renis Aufgabe, diese Anträge zu prüfen.

 

Eine unserer neuen Schülerinnen ist Zayuri. Sie geht nun mit unserem Sohn Julian in die Klasse. Nach der ersten Woche fragte Reni nach, wie es ihr in der neuen Schule gehe. Zayuri strahlte über alle Maßen und sagte: "So gut, hier gibt es niemanden mehr, der mich schlägt!". In der staatlichen Schule, in der sie bislang war, wurde sie nicht nur von Mitschülern, sondern immer wieder auch von Lehrern geschlagen. Doch in unserer Schule, sind nach Zayuri "alle so nett". Das freut uns sehr!

 

Vier Tage im Dschungel

Nun leben wir schon fast zwei Jahre in den peruanischen Anden. Auch wenn es uns so vorkommt, als wäre Peru = die Anden, ist das ganz und garnicht so. Letzte Woche hatten wir die Möglichkeit, ein paar Tage in einem komplett andersartigen Teil Perus zu verbringen: im peruanischen Dschungel.

 

Peru ist ca. dreieinhalb mal so groß wie Deutschland. Drei sehr unterschiedliche Landschaftsräume prägen das Land: "La Costa" (die Küste), "la Sierra" (das Andenhochland) und "la Selva" (das Amazonastiefland). "La Costa" wird der schmale, wüstenartige Küstenstreifen entlang des Südpazifiks genannt. Das Andenhochland "la Sierra" macht ein Drittel der Landesfläche aus. Den größten Teil der Landesfläche nimmt das Amazonastiefland ein, "la Selva" - der Dschungel.

 

Von Cusco aus sind es nur ein paar Busstunden bis in den Dschungel. Dort sind die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und wir staunten, wie Landschaft und Klima sich so schnell verändern können!

Wir verbrachten vier Tage in einer Lodge, zwei Bootsstunden von der Stadt Puerto Maldonado entfernt. Jeden Tag in der Morgendämmerung starteten wir Wanderungen und Bootsfahrten in den Dschungel. Das waren aufregende Tage! Am tiefen Grün der Dschungelwelt konnten uns kaum satt sehen - bei uns in den Anden ins momentan aufgrund der Trockenzeit alles braun und grau. Wir konnten neben der unglaublichen Pflanzenwelt Affen, Schlangen, Krokodile (Kaimane), Schildkröten und Vögel in freier Wildbahn bestaunen. Und einen kleinen frechen Tucan, der vor zwei Monaten der Lodge zugelaufen ist :)

 

 

Bitte hilf mir, ich bin sehr krank!

Edmund ist ein ganz besonderer Peruaner. Er spricht fast perfekt deutsch - was er sich innerhalb der letzten 18 Monate im Selbststudium beibrachte! Tobias lernte ihn ganz zu Anfang unserer Zeit in Curahuasi zufällig beim Friseur kennen. Edmund bat ihn damals darum, ihm ein deutsches Buch auszuleihen. Seither war Edmund immer wieder bei uns und hat schon etliche deutsche Bücher gelesen!

 

Edmund ist 19 Jahre alt und studiert in Cusco Informatik. Eigentlich hat er gerade Prüfungen, von denen er keine verpassen wollte. Letzten Donnerstag Abend klopfte er an unsere Tür - und fiel sogleich mit der Tür ins Haus: "Tobias, ich bin sehr krank, du musst mir helfen!". Den gesamten Mittwoch über hatte er extrem starke Schmerzen im Unterbauch. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte er in einem Krankenhaus in Cusco verbracht. Dort wurde sein Unterleib geschallt, aber nichts festgestellt.

 

Tobias schickte Edmund in unser Hospital. Dort wurde er gründlich untersucht. Es wurde ein Harnleiterstein entdeckt. Dieser Stein hatte links den Druck in der Niere derart erhöht, dass das Organ platzte. Am Montag führte unser Urologe eine Notoperation durch, bei der u. a. ein Katheter über den Harnleiter eingeführt wurde.

 

Edmund ist Gott sei Dank auf dem Weg der Besserung und liest schon wieder - natürlich deutsch ;)

 

Murmeln

Viel haben die Kinder hier nicht zum spielen. Was aber alle haben sind: Murmeln! "Tiros". Die gibt es überall im Ort für 5 Centimos (2 Cent) pro Stück zu kaufen. Auf den Straßen, auf freien Flächen, in der Schulpause, ja selbst auf dem Nachhauseweg von der Schule spielen die Kinder mit ihren Murmeln.

 

Interessanterweise spielen hier nur Jungs mit Murmeln. Die Mädchen stehen oft daneben und schauen zu.

 

"Third Culture Kids"

Wie ist das für Kinder, in einer anderen Kultur aufzuwachsen? Welche Vorzüge ergeben sich für sie daraus und welche Herausforderungen müssen sie meistern?

 

Eine der jungen Frauen, die momentan ein freiwilliges soziales Jahr (IJFD) an unserer Schule in Curahuasi machen, verbrachte vier prägende Jahre ihrer Kinder- und Jugendzeit in China. Gestern Abend lauschten wir mit vielen anderen Missionarseltern gebannt ihrem spannenden Vortrag zum Thema „Third culture kids“.

 

„Third culture kids“ - kurz: „TCK´´´ s“ - nennt man Kinder, die „eine signifikante Zeit ihrer Entwicklungsjahre außerhalb der Kultur ihrer Eltern verbracht“ haben (David C. Pollock). Momentan gibt es 38 Kinder bei Diospi Suyana, deren Eltern als Missionare im Colegio oder Hospital mitarbeiten.

 

Wir Eltern tauschten uns viel aus, lernten über die Besonderheit von Freundschaften und Beziehungen von „TCK´´´ s“ und hörten, was zu bedenken ist, wenn es für ein Kind wieder zurück ins Heimatland geht.

Lustig war das Zusammentragen der Besonderheiten, was „unsere“ deutsch-peruanischen „TCK´´´ s“ von deutschen Altersgenossen unterscheidet: sie werfen mit Steinen nach (Straßen-)Hunden, sie können marschieren und stramm

stehen, sie freuen sich im Hotel über das Warmwasser und sie essen Meerschweinchen, anstatt sie als Haustier zu haben..

 

Insgesamt sind „TCK´´´ s“ wohl sehr gut an Flughäfen orientiert; wenn sie dann in Deutschland die richtige Buslinie finden, fahren sie schnell einmal in die falsche Richtung, da es in Peru keine Buslinien gibt. „TCK´´´ s“ können meist sehr gut und organisiert ihre Sachen zusammen packen. Sie kämpfen oft mit der Rechtschreibung, da sie ständig in zwei Sprachen lernen und schreiben. Diese Zweisprachigkeit ist oft herausfordernd und gleichzeitig eine riesige Chance.

 

Alles in allem machte der Abend viel Mut, den Kindern zu helfen, ihre Erfahrungen als „Third Culture Kid“ als einzigartige Besonderheit in ihr Leben mitzunehmen. Im Juli wird unsere "Chinesin" einen Tag zum Thema für die Missionarskinder gestalten. Wir freuen uns sehr über dieses Angebot!

 

Bohnenlese

Heute wurden in unserer Nachbarschaft den ganzen Tag Bohnen verlesen. Wunderschöne knallgelbe "Kanarienbohnen". In einer Seelenruhe wurden die Bohnen erst grob gesiebt, um möglichst viel Spreu loszuwerden. Anschließend ließen die Frauen die Bohnen stundenlang tellerweise durch die Luft rieseln, um restliche kleine Äste, Blätter und Verunreinigen vom Wind wegtragen zu lassen.

 

Mavi hatte viel Spaß daran, die Bohnen beim herunterrieseln aufzufangen. Unsere Nachbarin hatte Spaß daran, unser hellblondes Töcherchen zu herzen :)

 

Wir haben eine Tüte voll Kanarienbohnen geschenkt bekommen und werden sie gleich diese Woche probieren!

 

Machu Picchu

Letztes Wochenende besuchten wir den Peru-Besuchermagneten Nummer 1 und schoben uns mit hunderten anderen "Gringos" durch die alte Inka-Stadt.

 

Die traumhaft gelegene Inka-Zitadelle wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Sie thront auf einem schmalen Grat auf

2430 m Höhe. Die spanischen Eroberer hatten Machu Picchu nie entdeckt. Daher ist es noch so gut erhalten. Trotz intensiver Untersuchungen können Archäologen nach wie vor nur Vermutungen über den Zweck der Festung anstellen. Auch weiß niemand, wann und warum der Ort von den Inka verlassen wurde.

 

Machu Picchu ist von unserem Wohnort Curahuasi per Luftlinie nur 50 Kilometer entfernt. Um die Inka-Stadt zu erreichen, mussten wir allerdings "mit der Kirche ums Dorf" fahren.

Jeder, der Machu Picchu besuchen möchte, muss die letzten ca. 50 Kilometer vom kleinen Städtchen Ollantaytambo aus mit dem Zug fahren. Auf dieser Strecke werden Touristen ordentlich zur Kasse gebeten (eine Hin- und Rückfahrt mit dem Zug kostet 120 US-Dollar..). Wir hatten das Glück, mit unseren peruanischen Pässen nur so viel zu bezahlen wie die Peruaner (und bezahlten für uns vier zusammen gerade einmal 17 US-Dollar für die Zugfahrten ).

 

Suchbild: Wo ist der Kolibri?

Seit wir hier wohnen, dürfen wir täglich Kolibris beobachten, die aus unseren Blüten Nektar trinken.

Um während des Trinkens möglichst ruhig vor einer Blüte verharren zu können, vollbringt ein Kolibri bis zu 80 Flügelschläge pro Sekunde! Wir staunen, wie sie beim trinken sekundenlang in der Luft "stehen", wie sie hinter einem Insekt im zickzack und sogar rückwärts fliegen können!

 

Kolibris sind nur auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet, man kann sie von Alaska bis hinunter nach Feuerland bestaunen. Mit über 300 Arten bilden sie die zweitgrößte Vogelfamilie Amerikas.

Die hiesigen Kolibris sind sehr klein. Ihre Federn glänzen wunderschön smaragdgrün in der Sonne.

 

Regenbogenberge

Tobias war letztes Wochenende mit elf Männern der Diospi-Gemeinschaft auf einer Bergtour. Sie wollten die erst vor wenigen Jahren für den Tourismus entdeckten Regenbogenberge erklimmen.  Um in diese Region zu gelangen und die wunderschön colorierten Berge zu sehen, muss man eine beschwerliche Wanderung in Kauf nehmen.

 

Die Gruppe brach am Samstag früh um 3.30 Uhr von Cusco auf. Nach drei Stunden Fahrt waren sie am Ausgangspunkt der Wanderung auf 4300m. Bei ca. 5 Grad machten sich die Männer auf die gut 8km lange Wanderung. Der Weg war landschaftlich atemberaubend: herrliche schneebedeckte Berge im Blick und etliche Lamaherden, die am Wegesrand grasten.

 

Auf 5050 m Höhe erwartete die Männer der wunderschöne Ausblick auf die Regenbogenberge. Verantwortlich für die Farbenpracht ist die geologische Zusammensetzung des Gesteins, dessen Mineralien das Licht der Sonne reflektieren.

 

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Hausbesuch

Seit März arbeitet Reni vermehrt im Colegio Diospi Suyana mit. Ihr Fuß ist seit mehreren Wochen stabil, was einem Wunder gleicht! Sie kann wieder ganz normal gehen und hat keinerlei Beschwerden mehr, wofür wir sehr dankbar sind!

 

Reni ist unter anderem für alle Patenschafts-Familien zuständig. An unserer Schule und in unserem Kindergarten sind viele Kinder aus sehr armen Familien. Diese Familien könnten die Schul- und Kindergartengebühren nie aus eigener Tasche bezahlen. Für solche Kinder suchen wir ständig Paten, die die monatlichen Gebühren für ein bedürftiges Kind übernehmen.

 

Stellt eine Familie einen Antrag auf eine Unterstützung durch einen Paten, ist es Renis Aufgabe, ihre Einkommenssituation genauestens zu evaluieren. Außerdem macht Reni gemeinsam mit dem Lehrer oder der Erzieherin des Kindes einen Hausbesuch bei der Familie. So kann man schnell sehen, wie die häusliche Lebensform ist und ob die Familie tatsächlich bedürftig ist.

 

Letzte Woche war Reni bei diesem kleinen Jungen zu Besuch. Seine Eltern leben vom Verkauf von Brennholz. Sie haben drei Kinder und leben in einem sehr einfachen Holzhaus, in dem eine Kochstelle ist sowie das einzige Regal mit allen Habseligkeiten der Familie. In einem kleinen, sehr einfachen Steinhaus nebenan stehen zwei Betten. In einem schlafen die Eltern mit der kleinen Tochter, im anderen schlafen die beiden größeren Kinder.

 

Seit zwei Wochen darf dieser kleine Strahlemann in unseren Kindergarten gehen. Seine Mutter meint, er käme jeden Tag fröhlich und ausgeglichen nach Hause - ganz anders als im letzten Kindergarten, in dem er war. Da kam er gedemütigt und traurig nach Hause, sprach kaum ein Wort. Nachmittags lag er mit seinem Hausaufgabenheft auf dem gestampften Erdboden ihres Holzhauses und musste Buchstaben und Zahlen nachmalen.

Das hat nun ein Ende. In unserem Kindergarten dürfen die Kinder spielen und müssen keine Hausaufgaben erledigen!

 

Mototaxi

Durch unseren kleinen, sehr bergigen Ort fahren überall ganz einfache, dreirädrige Mototaxis. Umgerechnet 60 Cent kostet die Taxifahrt. Unsere Kinder lieben das Gewackel und Geschaukel in den zum Teil sehr klapprigen Gefährten. Den Berg zu uns nach oben schaffen sie nur mit Mühe und Not. Schon manches Mal dachten wir, dass einer von uns aussteigen müsste.. aber bisher hat es jedes "Tri-ciclo" geschafft.

 

Wenn man in Orte der Umgebung fahren möchte, muss man andere Taxen nutzen. Das sind dann sehr einfache, oft alte und sehr klapprige Autos. Es gibt eine Art Haltestelle dieser Taxen, die in die kleinen Orte der näheren Umgebung fahren. An einer anderen Haltestelle stehen Taxen, die nach Cusco fahren. Das sind etwas bessere Autos. Kommt man in die Nähe dieser Haltestelle und hat einen verdächtig großen Rucksack auf, kommen sogleich die Taxifahrer angelaufen. Sie rufen "Cusco! Cusco! Cusco!" und hoffen auf einen neuen Mitfahrer.

 

Regenzeit

Wir befinden uns hier in den Anden momentan am Ende der Regenzeit. Im November/ Dezember beginnt sie, hauptsächlich regnet es jedoch im Januar und Februar. Der März ist auch noch ziemlich verregnet, der April dann kaum noch. Ab Mai regnet es dann ein halbes Jahr überhaupt nicht mehr.

 

Faszinierend für uns ist, dass es hier fast ausschließlich nachts regnet. Das ist sehr praktisch!

Am frühen Vormittag befinden wir uns oft mitten in einer Wolke. Früher oder später klart es dann auf und die Sonne zeigt sich an fast jedem Tag. Tagsüber klettert das Thermometer dann auf gut 20 Grad.

 

Die letzten Tage hat es manchmal bis in den Vormittag hinein geregnet. Dann sind die unbetonierten Straßen im Ort die reinste Schlammschlacht.. Die Straße zur Schule ist dann die reinste Katastrophe..

 

Schön ist, dass inzwischen alles grün ist! Alle Berghänge um uns herum leuchten in verschiedenen Grün-Tönen. Je weiter die Trockenzeit dann voranschreiten wird, desto grauer und brauner wird es wieder. Immerhin sind die Straßen dann aber wieder unkompliziert passierbar.

 

PS: Wir sind Gott sei Dank nicht vom Hochwasser betroffen! Das spielt sich alles "nur" in Nordperu ab!

 

Geburtstagsfest

Diese Woche waren wir bei unserem Pastor zum Geburtstagsfest eingeladen. Er rief nachmittags an, ob wir abends zum Essen kommen wollten - dass er Geburtstag hatte, erwähnte er nicht.

 

Ca. 30 Peruaner saßen im Wohnzimmer der Familie. Jeder bekam einen riesen Teller voller Essen auf den Schoß - die wenigsten hatten den Vorteil, am Tisch zu sitzen. Auf jedem Teller türmte sich ein Berg voller Nudeln, vier gekochte Kartoffeln und ein großes Stück Fleisch. Dazu gab es eine Plastikgabel. Das Fleisch aßen alle aus der Hand.

 

Viel Essen ist auf peruanischen Festen immer sehr wichtig. Dazu gab es Limonade und Coca Cola. Zumindest sah es nach Coca Cola aus - bis wir entdeckten, dass in der Ecke des Raumes ein Freund der Familie "billige" Cola in eine leere Coca Cola Flasche umfüllte und diese Flasche dann auf den Tisch stellte..

 

Witzig ist, dass die Peruaner zu Festen immer leere Plastiktüten mitbringen. Dort hinein füllen sie dann die Reste ihrer nicht geschafften Portion. Wir sollten uns das auch noch angewöhnen.. Höhepunkt der Feier war wie immer eine Piñata - eine mit Süßigkeiten gefüllte Papierkugel, die an der Decke hängt und mit einem Stock kaputt geschlagen wird. Bricht sie auseinander, fallen die Süßigkeiten auf den Boden und alle stürzen sich darauf.

 

Karneval in den Anden

In diesen Tagen wird auch hier in den Anden Fasching gefeiert. Die Peruaner haben hierzu einen verrückten Brauch:

 

Es wird ein geschmückter Baum aufgestellt, in dem viele Plastikartikel baumeln. Dann tanzen alle zu Musik und Bier in einem großen Kreis um den Baum herum. Abwechselnd bekommt jeder einmal eine Axt gereicht, mit der er in den Baum hackt. Wenn der Baum dann plötzlich umfällt, stürzen sich alle wie wild auf die Plastikwannen, -eimer, -siebe und -schüsseln. Derjenige, der mit seinem Hacken den Baum zum umstürzen gebracht hat, muss im nächsten Jahr für den Baum samt Plastikartikeln aufkommen.

 

Auf 1 1/2 Beinen unterwegs

Seit einer Woche darf Reni im Geh-Gips herumlaufen und ihren gebrochenen Fuß teilbelasten. Das ist eine große Erleichterung für uns alle!

 

Nach drei sehr anstrengenden Wochen mit offenem Fuß und täglichen Spülungen und Verbandswechseln am Krankenhaus konnte vor zwei Wochen die Drainage aus Renis Fuß gezogen werden. Seither ist der Fuß stabil, was einem Wunder gleicht (der Chirurg befürchtete ein sofortiges wieder anschwellen des Fußes nach ziehen der Drainage)! Leider ist der Knochen noch kaum zusammen gewachsen, was wohl an der heftigen Entzündung im Fuß lag. Wir machen nun regelmäßig Röntgenbilder um die Knochenheilung zu beobachten und um eine Infektion des Knochens auszuschließen. Wir sind Gott und vielen lieben Menschen, die seit Wochen für Renis Fuß beten, riesig dankbar für den guten Verlauf!

 

PS: Die zweite gute Nachricht ist: Wir haben seit letztem Donnerstag Abend wieder den Luxus "Abwasser" :)

 

Hände waschen verboten..

... das WC benutzen auch....

Bei uns wird es nicht langweilig: wir haben seit gestern kein Abwasser mehr! Das kam so:

 

In unserem Stadtviertel haben nur wir und zwei weitere, uns gegenüber liegende Häuser Abwasser. Alle anderen Häuser haben Trocken-Klos und schütten ihr sonstiges Abwasser auf die Straße.

Das Abwasser unserer drei Häuser fließt durch ein Grundstück, das vor kurzem den Besitzer wechselte. Der neuen Besitzerin waren die Abwasserrohre von Anfang an ein Gräuel. Vor einigen Wochen schon drohte sie an, sie würde das Rohr "durchhacken und verschließen lassen". Durch einige Gespräche ließ sie sich wieder besänftigen.

Am Mittwoch früh um 5.45 Uhr hämmerte sie wie wild an unsere Tür. Wir dürften ab sofort keinerlei Abwasser mehr durch ihr Grundstück leiten! Sie würde das Rohr heute noch abschneiden und verschließen lassen!

Sowas gibt es auch nur in Peru. Keine Gnadenfrist - nur ein "ab sofort".

 

Wie macht man das, keinerlei Abwasser zu produzieren?! Seit 36 Stunden üben wir uns darin: waschen uns mit Wasser im Eimer, waschen unser Geschirr im Eimer ab, pinkeln in einen (anderen ;) )Eimer.. Und ab und zu fahren wir ans Hospital, um das dortige WC zu nutzen..

 

Seit ein paar Stunden wird nun vor unserem Haus geschuftet. Unser Vermieter, die beiden anderen Hausbesitzer und Tobias graben den Boden auf und verlegen neue Abwasserrohre. Sie verlegen sie durch das Grundstück unserer Nachbarn gegenüber. Wir hoffen, wir können ab morgen wieder unser WC und unsere Waschbecken benutzen!

 

Desinfizieren

In Deutschland kennen wir den Chlor(geruch) aus dem Schwimmbad. Er macht das Wasser klar und sauber.

Wir schicken unser gekauftes Obst und Gemüse erst einmal baden, bevor wir es verzehren..

 

Obst und Gemüse in den Anden ist leider oft von Bakterien und Parasiten befallen. Um Durchfallerkrankungen möglichst zu vermeiden, muss es vor dem Verzehr desinfiziert werden. Man kann dies mit teuren Flüssigkeiten machen - oder eben mit Chlor! Das ist sehr günstig und effektiv. Nach einem Einkauf auf dem Markt legen wir unser gekauftes Obst und Gemüse also für einige Minuten in eine Chlorlösung. Danach können wir es problemlos essen. Doch auch damit lassen sich Durchfallerkrankungen nicht ganz ausschließen - wie wir letzte Woche am eigenen Leib erfahren mussten. Unsere Befürchtung, dass das Obst und Gemüse nach dem desinfizieren leicht nach Schwimmbad schmeckt, hat zum Glück nicht zugetroffen ;)

 

Auch das noch...

Mit Renis entzündetem Fuß sind wir zur Zeit sehr eingeschränkt und herausgefordert. Als wäre das nicht genug, hatten wir die letzten Tage alle die Magen-Darm-Grippe. Als es nicht richtig besser wurde, stellte sich heraus, dass wir Parasiten haben..

 

Parasiten sind hier ein Dauerproblem. Sie treten aufgrund des verunreinigten Trinkwassers und vieler verunreinigter Nahrungsmittel ständig auf. Sie verursachen heftige Bauchkrämpfe, Übelkeit und starken Durchfall. Die Peruaner und die Ausländer, alle haben regelmäßig Parasiten. Wir waren bislang wie durch ein Wunder verschont und noch nie von Parasiten befallen. Nun hat es uns aber doch erwischt.

 

Mit einem heftigen Medikamentencocktail machen wir den ungeliebten Eindringlingen nun den Garaus. Und hoffen, dass unser Februar beschwerdefreier verläuft!

 

Gefahren des Alkohols

Auf unserer Rückfahrt vom Krankenhaus eben stutzten wir: lag da etwa ein Mensch am Rand der Panamericana?? Die Panamericana ist viel befahren. Große, schwere Trucks schieben sich durch den Ort auf der Weiterfahrt nach Cusco oder Lima. Die wenigsten halten sich an die Straßenmarkierungen.

 

Wir hielten an und Tobias zog den völlig betrunkenen und tief schlafenden Mann etwas mehr an die Seite. Allein war es jedoch unmöglich, den Mann an eine etwas sicherere Stelle zu ziehen. Da entdeckten wir in der Nähe unseren Nachbarn, der bei der Feuerwehr arbeitet. Mit ihm trug Tobias den Betrunkenen auf die andere Straßenseite. Sie legten ihn abseits der Straße in den Schatten. Dort besteht nicht mehr die Gefahr, dass er überfahren wird.

 

Bei uns im Ort sieht man oft betrunkene Männer am Wegesrand liegen und ihren Rausch ausschlafen. Leider wird hier sehr viel Alkohol getrunken. Sie trinken v.a. "Chicha", gegorenen Maissaft. Ein halber Liter davon kostet gerade mal 50 Centimos, das sind ungefähr 15 Cents. Das kann sich hier jeder leisten. Viele betrinken sich jeden Abend, jedes Wochenende. Die Menschen der Region leiden sehr an den Folgen des Alkoholismus.

 

Komplikationen

Es hätte so einfach gehen können: Renis Fuß hätte die OP gut überstanden, die Schwellung wäre komplett zurück und sie könnte sich nun auf Erholung und Übungen konzentrieren, die die Beweglichkeit des Fußes voranbringen.

 

Leider verschlechterte sich Renis gesundheitliche Situation Mitte der Woche - sie hat eine heftige Entzündung im Fuß. Die Narbe musste ein ganzes stückweit wieder eröffnet werden, damit Eiter etc. abfließen kann. Reni muss zudem zwei starke Antibiotika nehmen, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.

 

Die Beschaffung dieser Antibiotika war nicht gerade einfach. Für eines der angeordneten Medikamente fanden wir ein Ersatzantibiotikum. Das andere ist ein Medikament, das hier lediglich gegen TBC gegeben wird und nur im staatlichen Gesndheitsposten vorrätig ist. Auf dem freien Markt ist dieses Medikament nicht käuflich, nicht einmal über das Krankenhaus. Da Reni kein TBC hat, wollte uns der Gesundheitsposten keine Tabletten geben. Wir verdanken es einem einzelnen, sehr wohlwollenden Mitarbeiter der Behörde und dem Gebet vieler, dass wir nun erstmal für eine Woche diese Tabletten erhalten haben. Wir hoffen und beten, dass der Mitarbeiter uns auch für die zweite Woche, in der Reni das Medikament nehmen muss, die Tabletten beschaffen kann.

 

Die ganze Situation beunruhigt uns natürlich, da noch unklar ist, wie es mit der Entzündung weiter gehen wird. Doch wir wollen fest auf Jesus und seine Hilfe vertrauen.

"Jesus antwortete: `"Warum habt ihr Angst? Habt ihr denn kein Vertrauen zu mir?" Dann stand er auf und bedrohte den Wind und die Wellen. Sofort legte sich der Sturm, und es wurde ganz still." Matthäus 8:26.

Auch wenn der Sturm noch eine Weile andauert, können wir Jesus vertrauen. Das gibt uns große Hoffnung und Zuversicht.

 

Perspektivwechsel

Bislang nutzen wir die Dienste unsres Hospitals für einen Zahn- oder Kinderarztbesuch. Ansonsten stehen wir seit knapp einem Jahr auf der Seite der behandelnden Ärzte und Sozialpädagogen.

 

Am Silvesternachmittag änderte sich dies schlagartig: Reni brach sich den Fuß.. Der in Bereitschaft stehende Pfleger fürs Röntgen wurde angerufen und wir fuhren ins Krankenhaus. Dass der Fuß gebrochen ist, war schnell klar. Wer ihn eingipsen oder gar operieren könnte, erst einmal nicht. Das peruanische Pflegepersonal kann nicht gipsen. Momanten ist kein Chirurg am Hospital und die einzige Ärztin, die gipsen kann, war auf einem Ausflug unterwegs.. Gott sei Dank fiel uns ein, dass der deutsche Traumatologe, der ab März im Krankenhaus mitarbeiten wird, über den Jahreswechsel in Curahuasi war. Ihn riefen wir an und er kam ins Hospital, um Reni einen Gips anzulegen. Von ihm wurde Reni Anfang der Woche auch operiert - einen Tag, bevor er mit seiner Familie wieder nach Arequipa zur Sprachschule reiste.. Was für ein Segen, dass er gerade hier war, als wir ihn so dringend brauchten! Ohne ihn hätten wir in eine Privatklinik ins fast drei Stunden entfernte Cusco gehen müssen.

 

So fing unser neues Jahr etwas anders an, als gedacht. Wir freuen uns über eure Gebete, dass Renis Fuß gut heilt und sie bald wieder fit ist!

 

Weihnachtslicht

Mit den wenigen weihnachtlichen Dingen, die wir hier haben, haben wir unser Häuschen schön weihnachtlich geschmückt. Das ist hier in den Anden alles andere als üblich. Wenn überhaupt, sieht man an einem Laden mal eine bunt blinkende Lichterkette. In den zwei größten Läden im Ort steht ein Plastik-Tannenbaum. In Privathäusern und -wohnungen sucht man Weihnachtsschmuck vergebens.

 

Unser kleiner Herrnhuter Stern leuchtet abends über unserer Krippe. Die ersten Tage im Advent drückten sich hier allerabends Kinder die Nase platt, um genau zu sehen, was der Stern da beleuchtet. Auch jetzt noch bleiben Leute abends stehen und betrachten unser erleuchtetes Fenster. Möge die Freude der Weihnachtsbotschaft auch sie erreichen!

 

"Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids."

Lukas 2, 10-11

 

Wir wünschen euch allen frohe und gesegnete Weihnachtstage!

 

Im dunklen Klassenzimmer

Vor ein paar Tagen hat sie wieder begonnen: die Regenzeit! Mit ihr gewittert es nun fast jeden Abend bei uns. An den z.T. richtig heftigen Gewittern merken wir wieder einmal, dass wir hoch in den Bergen leben (Curahuasi liegt auf 2650m, die Berge um uns herum sind über 5000m hoch). Solch ein Blitz-Schauspiel, über das wir hier nun fast täglich staunen können, haben wir sonst noch nirgends erlebt!

 

Kaum regnet es etwas stärker, ist die Schotterstraße vor unserem Haus ein kleiner Fluss. Auch die Panamericana ist dann komplett unter Wasser, aus den Gullis strömt das Wasser wie aus einem Springbrunnen und man kommt nur langsam voran.

 

Mit den Gewittern kamen auch die Stromausfälle wieder. Durch eine Verbesserung des Stromnetzes vor ca. 2 Jahren kommt der Strom zum Glück immer recht schnell wieder. Vor wenigen Jahren dauerte ein Stromausfall noch viele Stunden.

 

Heute Abend war Reni beim Elternabend in der Schule. Es gewitterte und regnete heftig, oft konnte man das Wort des anderen nicht verstehen. Zweimal fiel der Strom für jeweils 10 Minuten aus. Da saßen alle beim Schein von drei Handy-Leuchten und zwei Teelichtern, die die Klassenlehrerin in der Schublade fand, zusammen. Fast ein bisschen Adventsstimmung im sonst hochsommerlichen Peru..

 

Día de Curahuasi

Letzten Freitag wurde hier im Dorf der für Curahuasi höchste Feiertag begangen, der "Curahuasi-Tag". Eine gesamte Festwoche lang wurde der Gründung von Curahuasi gedacht - v.a. aber ausgiebig gefeiert.

 

Wir staunten, was alles so geboten war: es gab einen Lauf; ein Motocross-Rennen; ein Pferderennen; einen Markt, auf dem Tiere, Pflanzen, Obst und Gemüse verkauft und premiert wurden. Und natürlich wurde wieder ausgiebig marschiert. Diesmal sogar an zwei aufeinander folgenden Tagen - am ersten Tag marschierten alle Schulen, am zweiten Tag alle Institutionen von Curahuasi. Auch die gesamte Belegschaft von unserem Hospital durfte nicht fehlen. Sehr nett anzuschauen war, dass auch Vereinigungen wie z.B. alle Verkäuferinnen von einer Art Klee (der täglich an allen Straßenecken als Tierfutter verkauft wird) gemeinsam marschierten und auch eine große Gruppe von Senioren.

 

Im Rahmen dieser Feierlichkeiten organisierte Diospi Suyana letztes Wochenende ein großes Kinderfest. Alle Kinder aus dem Ort und der Umgebung waren hierzu eingeladen. Die über 800 Kinder freuten sich riesig über Trampolin springen, Karrussel fahren (das u.a. von Tobias per Hand angeschoben werden musste), Geschicklichkeitsspiele, Kinderschminken und eine riesen Hüpfburg und stellten sich geduldig in die langen Warteschlangen . Das ist wirklich etwas, was die Peruaner von klein auf lernen: lange und geduldig warten.

Als krönenden Abschluss wurde von einer Projektgruppe des Colegio Diospi Suyana ein Musical über das Gleichnis vom verlorenen Sohn aufgeführt. Hier hat Reni mitgeholfen. Zuvor hatten alle Kinder noch einen Becher heiße Schokolade ausgeschenkt bekommen, was hier auf keiner Weihnachtsfeier fehlen darf!

 

Zum Festschmaus Meerschwein

Am Sonntag feierte unsere Gemeinde ihren 49. Geburtstag. Die Vorbereitungen hierfür ließen darauf schließen, dass dieses Fest fast so wichtig wie Weihnachten werden würde. Typisch südamerikanisch fing man am Samstag nachmittag an, den Gemeinderaum neu zu streichen und alle Räumlichkeiten gründlich zu putzen..

 

Ca. 200 Gottesdienstbesucher (plus über 50 Kinder) ließen die Bänke quietschen und die Luft dünne werden. Nach dem normalen Gottesdienst gab es 1001 Darbietung - jede Kindergruppe sowie die Jugendlichen der Gemeinde, ein paar Diospi-Musiker, ein paar Quechua-Musiker und eine Musikgruppe aus einer drei Stunden entfernten Gemeinde trugen Lieder vor. Anschließend wurden die vergangenen Pastoren der Gemeinde vorgestellt und geehrt. Einer von ihnen begann, die Geschichte der Gemeinde zu erzählen.

 

Nebenher kochte eine Frauen-Mannschaft aus einer Partnergemeinde Mittagessen für alle Gottesdienstbesucher: Circa hundert Meerschweinchen wurden mit Kräutern befüllt und frittiert, riesige Töpfe voller Nudeln, Kartoffeln und Gemüse wurden auf einfach errichteten Feuerstellen gekocht.

 

Nur Tobias aß sein Meerschwein auf, die Kinder und Reni brachten es nicht übers Herz.. Von unseren Resten hätte man noch eine vierköpfige Familie satt bekommen! In Peru gibt es auf Festen immer extrem große Portionen zu essen. Nach vier Stunden war der Abriss über die Gemeindegeschichte immer noch nicht zuende, sodass wir ohne ein Stück von der Geburtstagstorte gegessen zu haben den Schauplatz verließen..

 

Gottesdienst in Curahuasi

In Curahuasi gibt es eine katholische Kirche und sechs freie (evangelische) Gemeinden. Wir sind hier in einer Baptistengemeinde, der ältesten freien Gemeinde im Ort. Der Pastor kommt aus Cusco. Außer uns und ca. zehn weiteren Missionaren von Diospi Suyana besteht die Gemeinde ausschließlich aus Curahuasinos.

 

Jeden Sonntag morgen gibt es zwei Gottesdienste: erst den "spanischen" Gottesdienst, anschließend den "quechua" Gottesdienst. Beide Gottesdienst werden normalerweise von unserem Pastor gehalten, der spanisch und quechua spricht. Wir finden es schön, dass sich beide Gemeindeteile zwischen den Gottesdiensten treffen.

 

Zu Beginn des spanischen Gottesdienstes singen wir einige Lieder, die von Tobias an der Gitarre begleitet werden. Sind wir nicht da, singt die Gemeinde a cappella... Während der Predigt gibt es einen Kindergottesdienst. Hier arbeitet Reni regelmäßig mit.

 

Leider sind die Predigten der peruanischen Pastoren oft sehr von Druck geprägt. Von Gottes Liebe und seiner Gnade wird leider kaum gesprochen. Wir haben uns bewusst für diese Gemeinde entschieden, um durch unsere Mitarbeit eine neue Perspektive in die Gemeinde hineinzutragen. Wir freuen uns, dass unsere Arbeit schon Früchte trägt und wir guten Kontakt zu einigen Gemeindemitgliedern haben.

 

Das älteste Autorennen der Welt

... kam heute früh direkt durch Curahuasi! "Caminos del Inca" geht in sieben Etappen von Lima durch halb Peru und zurück nach Lima. Auf der 5. Etappe fahren die Rennfahrer von Cusco nach Ayacucho und passieren dabei Curahuasi. Das halbe Dorf stand seit 6 Uhr an der Panamericana und verfolgte gespannt die lauten vorbei rasenden Autos.

 

Das Autorennen "Gran Premio Nacional de Carreteras Caminos del Inca 2016" findet in diesem Jahr zum 50. Mal statt. Nur Peruaner dürfen an diesem Rennen teilnehmen. Die 3527 Kilometer lange Strecke geht zumeist über Schotterpisten und Feldwege, nur 1500 Kilometer werden auf asphaltierten Straßen gefahren.

 

Die Strecke ist nicht abgesperrt oder gesichert. Innerorts stehen viele Polizisten, die pfeiffen, wenn ein Rennauto kommt. Die Schulen ließen ihren Unterricht heute ganz oder zum Teil ausfallen - ganz zur Freude der Schüler :)

 

Allinchu kashanki? - Geht's gut?

Als wir uns auf unser Leben und unsere Mitarbeit in Peru vorbereiteten, hörten wir immer wieder, dass viele Menschen in den peruanischen Anden noch "quechua" sprechen - die Sprache der Inkas. Dass es jedoch viele v.a. ältere Menschen gibt, die nur "quechua" und kein spanisch sprechen, damit hatten wir nicht gerechnet!

Hier in Curahuasi hören wir viel "quechua", fast alle sprechen es. Sobald wir dazu kommen, wechseln die meisten Sprecher dann aber sofort ins spanische.

 

Ins Krankenhaus Diospi Suyana kommen immer wieder Patienten, die nur quechua sprechen. Um sich mit ihnen wenigstens ein kleines bisschen verständigen zu können, hat Tobias schon einige Wörter und Sätze in "quechua" gelernt. Im "quechua" gibt es sehr lange Wörter, die für unsre Ohren sehr lustig klingen! "Dyuspagrasunki" heißt z.B. "danke", "imataq sutiyki" bedeutet "wie heißt du?" und "alimaniamanta hamuni" heißt "ich komme aus Deutschland".

 

Quechua ist die bis heute meistverbreitete indigene (präkolumbianische) Sprache im Gebiet der Anden. Sie existiert in verschiedenen Dialekten und wird gegenwärtig von ca. zehn Millionen Einwohnern in Nordargentinien, Bolivien, Nordchile, Ecuador, Kolumbien und - am meisten - Peru gesprochen. Die große Verbreitung des Quechua erklärt sich durch die Tatsache, dass es einst von den Inka als „Nationalsprache“ im gesamten Imperium durchgesetzt wurde.
 

Tupananchiskama! - Auf Wiedersehen!

 

Joghurt selbst gemacht...

Zweimal wöchentlich morgens um 6 Uhr bringt uns eine Bäuerin frische Kuhmilch direkt an die Haustür. Aus einem Teil dieser Milch stellen wir selber Joghurt und Quark her.

In Curahuasi gibt es lediglich extrem zuckerhaltigen Joghurt zu kaufen, der ungekühlt in den Holzregalen der kleinen Lädchen steht. Nicht gerade sehr vertrauenserweckend... und wahrscheinlich alles andere als gesund...

 

Wir haben keine Joghurtmaschine oder sonst ein Hilfsmittel, sondern machen den Joghurt ganz einfach im Topf. Das ist zum Glück gar nicht so schwer:

1. Die frische, "unberührte" Milch muss zunächst kurz aufgekocht werden.

2. Dann muss sie auf 42 - 43° herunter gekühlt werden. Wir haben uns aus Deutschland einen Joghurt-Thermometer schicken lassen. Denn genau bei dieser Temperatur muss man einige Löffel Naturjoghurt zur Milch zugeben - ist die Milch noch zu heiß, sterben die Bakterien. Ist sie schon zu kühl, vermehren sich die Bakterien nicht.

3. Anschließend muss die Milch warm eingepackt werden. So lässt man sie 8 - 10 Stunden stehen. Die Bakterien arbeiten fleißig und nach der Wartezeit hat man einen Topf voller Joghurt :)

 

Uns schmeckt Quark aber besser, daher gehen wir meist noch einen Schritt weiter:

Wir schütten den frisch gemachten Joghurt über Nacht durch ein Tuch im Sieb. Unten tropft die Molke heraus, oben im Tuch bleibt der Quark zurück. Am nächsten Morgen können wir ihn aus dem Tuch heraus nehmen.

24 Stunden nach dem Ansetzen ist der Quark fertig!

Aus zwei Litern Milch erhalten wir ein Kilo Quark - und fast einen ganzen Liter Molke!

 

Streik auf der Panamericana

Auf unserer letzten Fahrt nach Cusco letzte Woche kamen wir durch einen heftigen Streik. Bauern streikten (warum, konnten wir leider nicht herausfinden) und legten stundenlang den Verkehr auf der stark befahrenen Panamericana lahm. Gefällte Bäume, große Steinbrocken, große Schutthaufen und brennende Autoreifen lagen auf der Straße. Stundenlang war kein Durchkommen.

 

Als wir um die Mittagszeit die Strecke passieren wollten, waren die Straßenblockaden teilweise aufgebrochen oder zur Seite geschoben, so dass man gerade so daran vorbei fahren konnte. An einer Stelle wurden wir angehalten und unser Auto wurde beschmiert: "es lebe der Streik" und "48 h Streik" schrieben sie auf unser Auto.

 

Am darauf folgenden Tag waren hunderte Streikende in Cusco auf dem Hauptplatz und demonstrierten. Eine hohe Polizeipräsenz war in der Stadt. Immer wieder versuchen Streikende wohl, auch den Flughafen lahm zu legen. Das und andere Eskalationen wollte die Polizei verhindert wissen.

 

... es war ein Schock für uns alle...

Die letzten beiden Monate gab es im Krankenhaus viel zu tun. Tobias ist seit 1. Juli der einzige Anästhesist im Haus. Dementsprechend viele Überstunden sind angefallen. Wir waren daher sehr dankbar, dass ein deutscher Anästhesist Anfang September bereits zum wiederholten Mal seine Koffer packte, um nach Curahuasi zu kommen. Für knapp vier Wochen wollte er das Anästhesie-Team unterstützen. Dafür nimmt er immer einen Großteil seines Jahresurlaubs.

 

Seit letztem Montag arbeitete er mit und die Entlastung war deutlich zu spüren. Tobias freute sich über den 25-jährigen Erfahrungsschatz seines Kollegens, den er ihm bereitwillig weiter gab. Wir alle freuten uns auf einen ruhigen September.

 

Am Donnerstag nachmittag passierte dann leider etwas furchtbares: Um 17 Uhr rief das Hospital bei Tobias an, er möge bitte sofort ins Krankenhaus kommen, seinem Anästhesie-Kollegen gehe es sehr schlecht. Tobias fuhr schnellstmöglich in die Notaufnahme. Es stellte sich heraus, dass sein Kollege einen sehr schweren Herzinfarkt erlitt. Schnelles und richtiges Handeln ist in so einem Fall besonders wichtig. In Deutschland würde ein solcher Patient sofort in ein adäquates Krankenhaus gebracht werden, wo eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden kann. In den hiesigen Anden ist dies etwas komplizierter. Herzerkrankungen sind hier sehr selten. Damit sind die notwendigen Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. So auch in unserem Hospital.

 

Während Tobias und seine Kollegen den Patienten erstversorgten, nahm die Krankenhausleitung sofort Kontakt mit einer Privatklinik in Lima auf. Dort sollte eine schnellstmögliche Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Gleichzeitig nahmen sie Kontakt mit der Auslandsversicherung des Patienten auf, um die Kostenübernahme zu klären - bei sieben Stunden Zeitverschiebung auch nicht die einfachste Aufgabe. In der selben Zeit wurden die Angehörigen und Freunde in Deutschland informiert und beteten für ihn. Spät in der Nacht war klar, dass die Verlegung nach Lima am nächsten Morgen durchgeführt werden könne.

 

Tobias verbrachte die Nacht im Krankenhaus, da sich das Team auf Komplikationen einstellte. Am frühen nächsten Morgen gegen 5 Uhr brachten er und zwei seiner Kollegen den etwas stabileren Patienten mit dem Diospi Suyana Krankenwagen auf den Flughafen nach Cusco, eine knapp dreistündige Fahrt durch die Berge.

Auf dem Flughafen wartete bereits ein Ambulanzflugzeug mit einem Ärzteteam aus Lima auf ihn. In Lima angekommen wurde umgehend eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt und ein Stent in ein Herzkranzgefäß platziert.

 

Wir sind froh und Gott dankbar, dass es ihm jetzt wieder besser geht und er diese schnelle Behandlung in Lima erhalten konnte, was hier absolut nicht der Normalität entspricht.

 

Dass Tobias Kollege seinen schweren Infarkt hier in den Anden überlebte, ist für uns alle ein Wunder. Zur Behandlung konnte das Diospi-Team ihm ein Medikament geben, welches das Blutgerinnsel wahrscheinlich ein Stück weit aufgelöst hat (Lysetherapie). Es gab von diesem Medikament nur eine einzige Ampulle, die auf keiner Bestandsliste der Krankenhaus-Apotheke aufgeführt war. Martina John fand es im Medikamentenschrank - woher es kam und wer es hierher gebracht hat, weiß keiner.

 

Brennende Felder

In der momentanen Trockenzeit ist es hier Sitte der Bauern, die abgeernteten Felder in Brand zu stecken. Bereits seit Monaten brennt es täglich rund um Curahuasi.

 

Das fatale ist, dass viele dieser Feuer außer Kontrolle geraten. Jeden Nachmittag windet es hier sehr stark. Die Funken werden nur so vorangetrieben und die ausgetrocknete Natur in der momentanen Trockenzeit fängt sofort Feuer. Wir haben schon einige komplette Schluchten und Berghänge ausbrennen sehen. In der Nacht sehen so großflächige Brände an Berghängen aus wie ein kochender, fließender Lavastrom. Unsere Kinder fragten schon einige Male, ob es hier nicht doch einen Vulkan gäbe..

 

Quinoa - das Gold der Inkas

Seit wir in den Anden leben sind uns immer wieder die in der Sonne herrlich rot leuchtenden Felder aufgefallen. Wir rätselten, was da wohl wächst. Inzwischen wissen wir es: Quinoa.

 

Quinoa ist eine sehr besondere Pflanze und gedeiht selbst auf kargen Höhen über 4000m problemlos (der in Südamerika auch sehr beliebte Mais hingegen wächst nur bis knapp unter 4000m Höhe und ist daher in einigen Andenregionen nicht anbaubar). Das "Superalimento" ist sehr gesund, enthält viele Vitamine, Mineralien und alle neun essentinellen Fettsäuren.

 

Quinoa war eines der Grundnahrungsmittel der Inka und wird in den Anden seit mehreren tausend Jahren angebaut. Während der Kolonialisierung wurde es zum Politikum: unter Androhung der Todesstrafe wurde der Anbau von Quinoa verboten. In den 90er-Jahren war es ausgerechnet die Nasa, die Quinoa auf der Suche nach geeigneter Ernährung in Raumstationen wieder entdeckte. Seither wird es in der westlichen Welt immer bekannter und beliebter.

 

In Peru findet man Quinoa in Suppen oder als Beilage. Vor allem wird es hier jedoch als Frühstücksbrei gegessen - mit Apfel, Nelke und Zimt.

 

Ein Arbeitstag mit Tobias im Hospital

Tobias verlässt jeden Morgen um 7.15 Uhr das Haus und bringt zunächst Julian und seinen Freund Anton von gegenüber zur Schule. Von dort radelt er weiter ins Krankenhaus. Um 8 Uhr treffen sich im Hospital alle Ärzte zur morgendlichen Besprechung. Es werden Patientenaufnahmen der vergangenen Nacht sowie Patienten mit interessanten Krankheitsbildern vorgestellt und diskutiert. Gegen 8.20 Uhr beginnt dann sein Tag im OP-Saal.

 

Geplant waren für heute neun Operationen. Eine Patientin ist jedoch unentschuldigt nicht gekommen, was hier sehr häufig passiert. Somit blieben acht Operationen übrig. Der Chirurg führte eine Gallenblasenentfernung, einen Verschluss eines Leistenbruches, eine Metallentfernung am Oberarm (Z.n. Oberarmfraktur vor 3 Jahren) bei einem 13-jährigen Jungen sowie eine Muskelbiopsie eines 3-jährigen durch. Unsere Gynäkologin holte ein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt und entfernte bei einer Patientin eine Zyste am Eierstock. Der Urologe hatte zwei Prostataoperationen auf dem Programm.

Für all diese Operationen waren ca. 8 Stunden reine Operationszeit angesetzt. Das würde für einen 8-Stunden-Arbeitstag ja gut passen! Jedoch gehört zu jeder OP die Narkose Ein- und Ausleitung, sowie die notwendige Reinigung des OP-Saals dazu - da kommen pro OP noch einmal mind. 30 Minuten hinzu. Damit käme man auf ca. 12 Stunden.

 

Tobias ist momentan der einzige Anästhesist am Krankenhaus und muss daher alle Operationen betreuen.

Um die anfallende Arbeit möglichst in einen 8-Stunden-Tag zu bekommen, wird wenn möglich in zwei Operationssälen gleichzeitig operiert (wenn in einem Saal eine OP mit einer Regionalanästhesie durchgeführt wird, kann man im Nachbarsaal gleichzeitig eine OP in Vollnarkose durchführen). In Deutschland wäre dies mit nur einem einzigen Anästhesisten jedoch völlig undenkbar!

 

Heute begann der OP-Tag um 8.15 Uhr und endete um 16.50 Uhr. Wenn die Operationen beendet sind, muss Tobias noch alle OP-Patienten für den morgigen Tag sehen und mit ihnen über ihre Narkose sprechen. Damit war er heute gegen 18 Uhr fertig und fuhr nach Hause. Kaum zuhause angekommen, kam ein Notfall ins Krankenhaus, der eine sofortige Operation benötigte. Tobias machte sich also wieder auf den Weg ins Hospital.. Um 20 Uhr kam er nach genau 12 Arbeitsstunden wieder zuhause an - wir hoffen, heute Nacht kommt kein Notfall mehr (Tobias hat jede Nacht Bereitschaftsdienst)!

 

Choquequirao - das zweite Machu Picchu?

Letztes Wochenende feierte Peru seinen Nationalfeiertag mit einem verlängerten Wochenende (und viel marschieren..). Das Hospital machte vier Tage lang OP-frei. Tobias nutzte diese freie Zeit, um mit einem Freund eine große Wanderung zu machen: nach Choquequirao. Nur gut eine Autostunde von uns entfernt beginnt der Wanderweg dorthin auf 3000m Höhe.

Seit langem wird Choquequirao als zweites Machu Picchu gehandelt, als "nächste große Sache". Nicht so teuer und nicht so überlaufen. Aber ebenso beeindruckend! Die Ruinen ähneln im Aufbau sehr den Ruinen von Machu Picchu. Der große Unterschied ist, dass man es nicht so bequem erreichen kann wie Machu Picchu. Man muss es sich hart erkämpfen..

Vom Ende der Straße bis zur Ruinenstätte sind es 21 km Fussmarsch. Soweit so gut. Dazu kommen die knapp 4000 Höhenmeter! Und dasselbe wieder zurück! Der Wanderweg ist ein ständiges Auf und Ab. Glücklicherweise kann man ein Maultier mieten, das einem das Gepäck trägt - Zelt, Schlafsack, Isomatte, dazu Essen und Wasser für drei Tage.

Tobias und sein Freund waren 50 Stunden unterwegs und waren beeindruckt von Natur und Ruinen!

 

Sonntagmorgen um 5.45 Uhr...

... war unsere Nacht vorbei. Drei Mitarbeiter des Rathauses liefen mit einem Megafon und einer Trillerpfeife unsere Straße auf und ab. Alle Bewohner sollten auf die Straße kommen und diese säubern, von Müll und Unkraut. Wer dieser Aufforderung nicht nachkomme, müsse eine Strafgebühr bezahlen.

 

Ab 6 Uhr (am Sonntag morgen!!) versammelte sich also die gesamte Nachbarschaft auf der Straße, rodete vor allem die Pflanzen am Straßenrand. Überall wurden Feuer entzündet, um den gesammelten Müll und das Unkraut zu verbrennen. Alle waren sehr aktiv. Julian machte auch mit und fand nicht nur Müll...

 

Solche "Säuberungen" finden unregelmäßig alle paar Monate statt. Diesmal ist wohl der Nationalfeiertag in 10 Tagen Anlass. Viele Müllhaufen liegen allerdings bis heute herum und werden vom Wind und von den streunenden Hunden und Schweinen zerfleddert.

 

 

Curahuasi - Welthauptstadt des Anis

Curahuasi ist eine kleine Stadt in den Bergen mit ca. 8000 Einwohnern. Dennoch brüstet sie sich stolz damit, die "Welthauptstadt des Anis" zu sein. Scheinbar wird nirgens so viel Anis angebaut wie hier.

 

Die hellen Anisfelder leuchten momentan wunderschön und setzen sich damit ab vom tristen braun der ansonsten trockenen Berghänge. Der Anis braucht am Ende seiner Reife mehrere Wochen Sonne und Trockenheit - ideal für die mehrmonatige Trockenperiode hier in den Anden!

 

Die Curahuasiños verwenden den Anis für verschiedene Gebäcke und brauen Anisschnaps. Dazu gibt es fast in jedem Lädelchen losen Anis zu kaufen, der aufgebrüht und als Tee getrunken wird. Dieser Tee schmeckt angenehm mild!

 

Wir dürfen bleiben!

Wir sind nach Monaten mal wieder in Lima. Hier konnten wir die peruanischen Pässe unserer Kinder abholen (Endlich! Nach dem Visum-Drama im März..). Auf dem Migrationsamt ging es wie gewohnt ungemütlich und streng zu. Unsere Kinder mussten (wie auch wir zuvor im Dezember) von allen zehn Fingern Fingerabdrücke abgeben und wurden fotografiert. Nun sind wir als gesamte Familie "stolze" Besitzer eines peruanischen Passes und dürfen offiziell im Land bleiben und arbeiten.

 

Lima ist momentan im hiesigen Winter nicht besonders attraktiv. Während der deutschen Sommermonate hängt über der Stadt eine dicke graue Wolkenschicht. Monatelang ist es hier trist und ohne Sonne, "Lima la gris". Nur heute hatten wir einen echt schönen, sonnigen letzten Tag und staunten über die starke Brandung an Limas Küstenstreifen.

 

Marschieren

Das Colegio Diospi Suyana feierte diese Woche seinen 2. Geburtstag. Aus diesem Anlass musste die gesamte Schule am Sonntag auf der Plaza marschieren. Alle anderen Schulen aus Curahuasi hatten eine kleine Abordnung geschickt, die auch marschierten und damit unsere Schule grüßten.

 

Zuerst wurde die peruanische Fahne feierlich herbeigetragen und gehisst. Anschließend sangen alle die peruanische Nationalhymne. Nach einer Festrede vom Schuldirektor begann das Marschieren. Ganz vorne marschierte das Schulorchester und gab den Rhythmus an. Ihm folgten zunächst die Gruppen der anderen Schulen. Dann kam unsere Schule dran: an erster Stelle marschierte die gesamte Lehrerschaft. Ihnen schloss sich der gesamte Kindergarten, dann die Grund- und anschließend die Mittelschule an. Doch damit nicht genug. Zum Schluss waren die Eltern aufgefordert, ihr Talent zu zeigen! Erst die Mütter, dann die Väter. In solchen Dingen hat hier alles seine Ordnung.

 

Das Marschieren ist in den peruanischen Schulen sehr wichtig. In den staatlichen Schulen üben die Schüler zwei bis vier Stunden pro Woche das perfekte Marschieren. Fast jeden Sonntag marschieren sie auf der Plaza anlässlich eines Feiertages oder eines Schulgeburtstages. Unsere Schule muss zum Glück nur zweimal pro Jahr ran: zum Schulgeburtstag und zum Nationalfeiertag.

 

Unterwegs auf den Spuren der Inka

Letzte Woche hatte Julian seine erste Woche Schulferien und wir verbrachten ein paar freie Tage im nahe gelegenen "Valle Sagrado" (Heiliges Tal). Dieses Tal ist von Curahuasi ca. 100km entfernt, es beginnt hinter Cusco und geht bis zu Machu Picchu. Im Tal befinden sich viele kleine Kolonialstädtchen mit farbenfrohen Märkten, mehrere interessante Inka-Ruinen, wunderschöne Gletscher und Natur pur.  Wir erkundeten eine spektakuläre große Inka-Ruine, ein riesenhaftes Inka-Laboratorium und wanderten viel.

 

Eine Sehenswürdigkeit beeindruckte uns sehr: die Salinen. An einem Berghang errichteten die Inkas tausende Salzpfannen für die Salz-Gewinnung. Eine heiße Quelle am oberen Teil des Tals verteilt einen kleinen Stom an stark salzhaltigem Wasser. Beim Verdunsten bleibt das Salz zurück. Wir staunen über die genialen Ideen der Inkas und über ihre Effektivität! Die Salzpfannen zu besuchen war wunderschön und absolut unwirklich zugleich!

 

Mittagessen bei Lucinda

Letzten Sonntag waren wir bei unserer Nachbarin Lucinda zum Mittagessen eingeladen. Es gab Reis mit Bohnen, dazu gekochtes Gemüse, "Salat". Lucinda hat eine für hier sehr typische Küche mit einem kleinen, einfachen Gasherd. Wenn die Gasflasche leer ist (und der Geldbeutel ebenso), kocht sie auf ihrem Holzherd. Wir staunen, wie lecker sie mit so einfachen Mitteln kochen kann!

 

Im Hof hält sie Hühner, Enten, Hasen und Meerschweinchen. Auch das ist sehr typisch hier. Regelmäßig landet eines der Tiere im Kochtopf. Meerschweinchen ist hier eine Spezialität. Zu ihrem Geburtstag will Lucinda uns zum Meerschweinchen-Essen einladen. Wir werden berichten..

 

Wird die Tochter des Ex-Diktators neue Staatschefin?

In Peru ist momentan Wahlkampf. Gesucht wird ein neuer Staatschef. Da im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten über 50% der Stimmen erreichte, kommt es am 5. Juni zur Stichwahl.

Die rechtskonservative Keiko Fujimori hat gute Chancen, die erste Frau an der Spitze des Staates zu werden. Keiko ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der das Land von 1990 bis 2000 regierte. Mit harter Hand und am Kongress vorbei. Derzeit verbüßt er eine 25-jährige Haftstrafe wegen Korruption und Menschenrechtsverbrechen im Gefängnis.

 

Keiko Fujimori ging auf vorsichtige Distanz zu ihrem Vater - doch sie profitiert auch von seinem Ruf, mit harter Hand gegen den Terrorismus in den 1990er-Jahren vorgegangen zu sein. Sie verfolgt einen wirtschaftsfreundlichen Kurs. In einer kürzlichen TV-Debatte bekannte sie sich zur Demokratie. Wir können nur hoffen, dass das stimmt.

 

Auf unserer Fahrt nach Cusco letztes Wochenende befanden wir uns plötzlich mitten in einem Wahlkampf-Konvoi. Keiko war am Donnerstag Abend in Curahuasi gewesen und klapperte im Lauf des Freitags noch einige andere Andendörfer ab. Kam der Konvoi zum stehen, kam der gesamte Verkehr zum erliegen. So mussten wir mehrfach unsere Fahrt unterbrechen.

 

In Peru gilt Wahlpflicht. Knapp 23 Millionen Wähler sind zum Wählen aufgefordert. Wer nicht wählt, muss eine hohe Strafe bezahlen. Am Wahltag sind sonntägliche Veranstaltungen wie z.B. Gottesdienste strengstens verboten - die Leute sollen wählen gehen. Wir sind gespannt, wie diese Wahl ausgehen wird.

 

Abgeschnitten

In regelmäßigen Abständen wird die Panamericana rund um Curahuasi blockiert. Streikende werfen Steine, (z.T. brennende) Autoreifen und andere große Gegenstände auf die Straße. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Gestern steckten stundenlang große Trucks und Überlandbusse in Curahuasi fest. Die Schulen und öffentlichen Einrichtungen blieben geschlossen.

 

Die Bauern streiken momentan und fordern von der Regierung finanzielle Hilfen wegen der Dürre. Sie sind zudem verzweifelt, da die Regierung ihr Versprechen nicht eingelöst hat, Bewässerungssysteme zu bauen. Nur damit können die Bauern hier das ganze Jahr hindurch ihre Felder bewirtschaften. Durch El Niño hat es in diesem Jahr auch in der Regenzeit viel zu wenig geregnet.

 

Gestern vormittag stand ein Streikkomitee sogar am Haupteingang des Hospital Diospi Suyana. Sie forderten die Schließung des Krankenhauses als Zeichen der Solidarität. Doch Diospi Suyana verhält sich politisch neutral und kam dieser Forderung nicht nach.

 

Das Colegio Diospi Suyana

Seit knapp drei Monaten besucht unser Julian die erste Klasse des Colegio Diospi Suyana. Das Lernen macht ihm Spaß und er geht gern in die Schule, was uns sehr freut (zumal für uns die Frage um seine Einschulung in diesem oder erst im nächsten Jahr lange offen war)!

 

Die Schule wurde vor zwei Jahren eröffnet und startete Ende Februar 2016 ins dritte Schuljahr. Sie umfasst einen Kindergarten (3-5 jährige), die Grundschule (Klassen 1-6) und die weiterführende Stufe der ‚secundaria‘ (Klassen 7-11). Ca. 220 Schüler besuchen momentan das Colegio. Geleitet wird die Schule von einem deutschen Direktor und einem peruanischen Co-Rektor.

Neben den peruanischen Lehrkräften, die am Colegio angestellt sind, arbeiten auch einige deutsche und österreichische Lehrerinnen an der Schule. Wie die anderen nicht-peruanischen Mitarbeiter von Diospi Suyana arbeiten auch sie ehrenamtlich und werden durch einen Spenderkreis finanziert. Alle Lehrkräfte unterrichten nach dem peruanischen Lehrplan. Jedoch wird versucht, viel von der guten deutschen Pädagogik und Methodik einfließen zu lassen (die peruanischen Methoden sind für unsere Begriffe sehr veraltet).

 

Ziel der Schule ist es, Kindern aus dem Großraum Curahuasi eine gute Bildung zu ermöglichen. Und den Kindern von Jesus zu erzählen. Durch Patenschaften finden auch die ärmsten Familien Zugang zu der Einrichtung und bekommen neue Chancen. Ein Ansatz, der in Peru  bislang leider kaum zu finden ist.

 

In Peru ist das Tragen einer Schuluniform Pflicht. Da die Kinder aus vielen unterschiedlichen Einkommensschichten kommen, ist dies wirklich ein Segen. Wenigstens in der Schule sieht man den Kindern nicht an, wie gut ihre Eltern verdienen!

 

Lahm gelegt..

Das erste heftige Fieber, seit wir in Peru sind, legt uns momentan lahm. Doch haben wir es nicht aufgrund von Durchfall, Parasitenbefall oder Typhus - es ist ein Mitbringsel aus Deutschland! Die Eltern unserer deutschen Nachbarn brachten diesen üblen Virus vor 10 Tagen mit, der mit Husten und hohem Fieber einhergeht. Nachdem bei unseren Nachbarn nicht nur die Großeltern, sondern auch die komplette Familie mit Fieber im Bett lag, haben wir den Staffelstab übernommen. Erst Reni, dann Mavi und nun liegt Julian mit hohem Fieber im Bett. Einzig Tobias ist noch fit und wir hoffen, er bleibt es auch!

 

Zwei Tage in Bolivien

Wegen der Ablehnung der Visa unserer Kinder mussten wir Peru noch einmal verlassen und erneut einreisen. Daher machten wir uns letzten Mittwoch auf den Weg nach Cusco. Um 22 Uhr stiegen wir dort in den Nachtbus zum Titicacasee. Wir hatten uns extra gründlich informiert, welches Busunternehmen von Cusco direkt nach Copacabana durchfährt (Copacabana ist die erste Stadt auf bolivianischer Seite). Wir waren dann doch überrascht, als der Bus uns morgens um 7 Uhr an einer Kreuzung am Titicacasee "rausschmiss". Mit 10 weiteren Reisenden standen wir eine halbe Stunde in der kalten Morgenluft und warteten auf einen Kleinbus, der uns an die bolivianische Grenze bringen sollte. Dort begann dann aber erst unser "richtiges" Abenteuer..

 

Mit unseren Pässen stellten wir uns in die Schlange am peruanischen Grenzposten. Der Grenzbeamte sah sofort, dass wir für unsere Kinder eine Strafe wegen abgelaufenem Touristenvisum bezahlen mussten. Wir hatten gehofft, er würde es übersehen... Die stattlichen 194,- US-Dollar Strafe konnten wir aber leider nicht an der Grenze bezahlen. Sie mussten in die peruanische Staatsbank einbezahlt werden.. Reni fuhr mit Mavi mit einem Taxi in den nächstgelegenen peruanischen Ort zurück und stellte sich an die erschreckend lange Schlange vor der Bank. Aufgrund von Mavi durfte sie nach 15 Minuten warten Gott sei Dank direkt an den Schalter treten.

Zurück an der Grenze war die Schlange am peruanischen Grenzposten inzwischen dreimal so lang wie eine Stunde zuvor. Als wir endlich dran kamen und dem peruanischen Beamten die Belege über die eingezahlte Strafe zeigten (und hofften, damit wäre alles erledigt), schickte uns dieser wieder fort. Wir sollten diverse Kopien von den Pässen der Kinder und den Belegen anfertigen. Erst damit könne er uns offiziell ausreisen lassen. Wir gingen in den nächsten Copyshop (davon gab es zum Glück gleich zwei an der Grenze) und mussten horrente Preise für die Kopien bezahlen. Zurück bei Grenzbeamten beglückte dieser die Pässe unserer Kinder mit vielen bunten Stempeln und ließ uns passieren.. Nach gut zwei Stunden an der peruanischen Grenze konnten wir endlich nach Bolivien einreisen. Die Migrationsformalitäten dort gingen im Vergleich rasend schnell.

 

Aufgrund der Visa-Sache mussten wir mindestens 24 Stunden in Bolivien bleiben. Wir machten 48 Stunden daraus, um wenigstens etwas von dieser angeordneten Reise zu haben. So konnten wir den schönen und interessanten Titicacasee auf 3800 m Höhe und die bolivianische Kleinstadt Copacabana etwas kennen lernen.

In den Anden heißt es, im Titicacasee sei die Sonne geboren. Er ist der größte See Südamerikas und das am höchsten gelegene schiffbare Gewässer der Welt. In der Sonne ist es tagsüber stechend heiß, nachts wird es richtig kalt.

Wir verbrachten zwei sonnige und schöne Tage in Copacabana!

 

Auf der Rückreise waren wir vor dem Grenzposten mächtig aufgeregt. Es ging darum, möglichst viele Tage Touristenvisum für unsere Kinder zu bekommen, damit wir genug Zeit hätten, um ihr Visum zu beantragen. Eigentlich wären ihnen nur noch 24 Tage Touristenvisum zugestanden. Doch wir hatten einen sehr netten Grenzbeamten, der uns unschlagbare 90 Tage Touristenvisum für die Kinder gab. Darüber sind wir sehr froh! Danke für alle, die hierfür und für unsere Reise gebetet haben!

 

Unsere Rückfahrt war dann leider sehr anstrengend... Der öffentliche Bus fuhr 12 statt wie angekündigt 9 bis 10 Stunden und hielt unterwegs entgegen der Ankündigung an sechs Busbahnhöfen. Wir saßen in der vorletzten Reihe. Auf die fünf Plätze der Rückbank zwängten sich ganze 10 Peruaner (vier Erwachsene und 6 Kinder)! Die Lüftung funktionierte nicht und die Sitze waren sehr einfach. Wir waren mehr als froh, als der Bus nachts um 1.15 Uhr in Cusco ankam. Wir nahmen ein Taxi zu unserem Hostel und schliefen vier kurze, aber gute Stunden in richtigen Betten. So schnell machen wir so eine lange Tagesfahrt im Bus nicht mehr..

 

Aus dem OP-Saal...

Letzte Woche war Tobias an zwei beeindruckenden gynäkologischen Operationen beteiligt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden zwei Frauen Mitte fünfzig operiert. Beide kamen mit einem großen, kugelrunden Bauch ins Krankenhaus, der einer hochschwangeren Frau gleichsah. Einer der beiden Frauen wurde ein fußballgroßes Myom entfernt. Der anderen ein ebenso großer Tumor des Eierstocks, der ca. 8 Kilo (!) wog.

 

Für uns schwer nachvollziehbar, wie man so lange warten kann, bis man zum Arzt bzw. ins Krankenhaus geht! Zum einen haben die Menschen in den ländlichen Gegenden Perus oft keinen Zugang zu gut ausgebildeten Ärzten. Zum anderen ist hier die Sorge um die Bezahlung der Behandlungskosten oft größer als die Sorge um die Erkrankung. In staatlichen Krankenhäusern (und in den privaten sowieso) muss in Peru die Behandlung im Voraus bar bezahlt werden, ehe die Ärzte handeln. Für viele Hochlandindianer bleibt eine ärztliche Behandlung daher unerschwinglich!

 

Im Hospital Diospi Suyana wird jeder behandelt, egal, wie viel der Behandlungskosten er bezahlen kann. Die Patienten kommen aus ganz Peru und nehmen zum Teil lange und schwierige Reisen auf sich, um in diesem Krankenhaus behandelt zu werden.

 

Visum-Problem

Unser Häuschen ist soweit eingerichtet und unser neuer Alltag ist in vollem Gange: Tobias arbeitet nun als Anästhesist im Krankenhaus Diospi Suyana und Julian wurde letzten Montag ins Colegio Diospi Suyana eingeschult. Damit wir aber erst garnicht auf die Idee kommen könnten, uns in unserem neuen Alltag zu langweilen, jagte uns das Migrationsamt letzte Woche einen gehörigen Schrecken ein: Julians Visum wurde abgelehnt! Sein Touristenvisum sei abgelaufen, schon bevor wir sein (Langzeit-)Visum beantragt hätten. Wir müssen nun ausreisen und wieder nach Peru einreisen. Nur mit dem neuen Einreisestempel können wir Julians Visum erneut beantragen. Auch Mavi hat noch kein Visum und muss noch einmal das Land verlassen.

 

So schnell ist man von hier aus leider nicht in einem anderen Land. Von Curahuasi muss man erst einmal zweieinhalb Stunden mit dem Taxi nach Cusco fahren, von wo Busse in alle großen Städte des Landes starten. Die nächste Grenze ist dann die bolivianische Grenze am Titicacasee. Von Cusco aus kommt man mit dem Nachtbus nach Puno, einer peruanischen Stadt am Titicacasee. Von Puno aus braucht man dann noch einmal gut zwei Stunden mit dem Bus bis an die bolivianische Grenze. Dorthin werden wir uns gegen Ende März aufmachen, um bei der Wieder-Einreise nach Peru ein neues Touristenvisum für unsere Kinder zu erhalten.

 

Hier gibt es leider immer wieder willkürliche Entscheidungen, denen man sich beugen muss. Nach dem ersten Schock und Ärger sehen wir die Sache inzwischen gelassen. Wir hoffen lediglich, dass die Migrationsbehörde die von uns eingereichten Dokumente zur Beantragung der Visa unserer Kinder wieder herausgibt. Normalerweise ist dies nach einer Ablehnung nicht der Fall. Bleibt das Amt hart, müssen wir alle benötigten Dokumente wieder neu in Deutschland beantragen.

 

Angekommen in Curahuasi

Wir sind letztes Wochenende gut in Curahuasi angekommen und wurden hier liebevoll empfangen! Einige Frauen hatten sich heimlich verabredet, um unser Häuschen richtig durchzuputzen (der Vermieter hinterließ es nur "peruanisch sauber"). Sie waren bei unserer Ankunft noch da und wuselten überall herum. Auf der Küchenanrichte standen Willkommenskärtchen und viele Leckereien. Einige Männer hatten für uns alle Sachen, die wir mit dem Transportunternehmen von Arequipa nach Curahuasi geschickt hatten, vom Krankenhaus in unser Häuschen transportiert. Sie hatten bereits den Herd angeschlossen, so dass wir gleich die leckere Tomatensuppe zu Mittag essen konnten, die eine Familie für uns gemacht hatte. Wir waren gerührt und sehr dankbar über diese wunderbare Unterstützung!

 

Seither haben wir alle Hände voll zu tun mit auspacken, einräumen, Elektrogeräte anschließen, einfache Küchenschränke bauen, Möbel kaufen und aufbauen u.v.m.. Wir müssen zudem einigen peruanischen Handwerkern hinterher laufen, die leider noch nicht die Dinge erledigt haben, mit denen wir sie zu Weihnachten beauftragt hatten. So haben wir z.B. noch kein warmes Wasser. Auch die Matratzen, die wir zu Weihnachten hier im Matratzenladen bestellten, sind noch nicht da (obwohl uns auf Anfrage mehrfach versichert wurde, dass die Matratzen spätestens zu unserer Ankunftszeit hier seien). Gott sei Dank konnten wir erstmal vier Matratzen von einer Diospi-Familie ausleihen.

Wir sind sehr dankbar darüber, dass wir von Diospi Suyana aus einige Tage Zeit haben, um uns hier einzurichten. Die brauchen wir auch.

 

Letzter Zwischenstopp: Cusco

Auf dem Weg nach Curahuasi legten wir einen dreitägigen Zwischenstopp in Cusco ein, um letzte Einkäufe für unser Leben und Wohnen in Curahuasi zu tätigen. Wir waren u.a. dankbar über einen gut sortierten Baumarkt und über einen großen Supermarkt, in dem wir uns mit Lebensmitteln eindecken konnten, die es in Curahuasi nicht zu kaufen gibt. An einem Tag hatten wir Zeit, diese interessante alte Inka-Hauptstadt auf 3400m Höhe ein wenig kennen zu lernen.

Die nächsten Tage werden wir alle Kisten auspacken, die wir nach Curahuasi geschickt haben und das kleine Lehmhäuschen einrichten, das nun unser Zuhause ist.

 

Unterwegs nach Curahuasi

Unsere Zeit in Arequipa neigt sich dem Ende zu. Unsere Sachen haben wir bereits nach Curahuasi auf den Weg geschickt. Wir werden in einigen Tagen nachkommen.

Wir haben ein Transportunternehmen in Arequipa gefunden, das regelmäßig große Trucks mit Frachten von Arequipa nach Lima bringt. Glücklicherweise führt ihre Route auf der Panamericana direkt durch Curahuasi. Eigentlich ist in Curahuasi kein Halt der Trucks vorgesehen, doch wir konnten den Chef des Unternehmens davon überzeugen, für uns eine Ausnahme zu machen. Mehrere Tage lang packte v.a. Tobias all die Dinge für den Transport ein. Mehrere Tage lang wurden wir vom Unternehmen versetzt und bangten schon, ob der Transport wirklich werden würde. Hier sind mündliche Absprachen leider nicht viel wert, sondern lediglich Absichtserklärungen. Doch inzwischen sind unsere Kisten abgeholt und in einen anderen LKW verladen... und sie sind auf dem Weg nach Curahuasi!

 

Schwerer peruanischer Führerschein

Als wäre es nicht anstrengend genug, neben Sprachschule und allem Alltag unsere komplette Wohnungseinrichtung für unser Leben in Curahuasi einzukaufen, war Tobias den Januar über viel mit dem Erlangen der peruanischen Fahrerlaubnis beschäftigt. Wir wollen uns während unserer Zeit hier in Peru zwar wahrscheinlich kein Auto kaufen, doch wäre es für Tobias geschickt, sich z.B. während seiner Nachtbereitschaft ab und zu ein Auto von Nachbarn oder Freunden auszuleihen. Sobald man den peruanischen Pass besitzt, ist man kein Tourist mehr und muss den peruanischen Führerschein machen.

Tobias war viele Nachmittage unterwegs, um alle Papiere zu organisieren, die er zur Zulassung der Fahrprüfung brauchte. Dazu gehörte - um ein Beispiel zu nennen - eine Bescheinigung darüber, dass wir tatsächlich in Peru wohnen. Hierzu kam ein Notar in unsere Wohnung, fotografierte alle Zimmer und schrieb dann einen ausschweifenden Bericht darüber, wie wir hier leben. Mit diesem Schreiben stand Tobias dann viele Stunden in der langen Schlange des Ministeriums für Transport, um die Zulassung zur Prüfung zu erhalten. Anschließend musste er neben einem Idiotentest mehrere Übungsrunden auf dem Prüfungsparcours machen.

In Peru muss man bei der Fahrprüfung einen abgesteckten Parcours abfahren. Die Prüfer sind sehr streng und sehr korrupt. Die Peruaner machten uns wenig Hoffnung darauf, dass Tobias ohne Schmiergeld bestehen könnte. Sie sagen, eine Mafia stehe hinter der Fahrschulprüfung.

Am vergangenen Dienstag trat Tobias also zur Fahrprüfung an. Er war in der "7-Uhr-Gruppe". Leider waren außer ihm noch ca. 80 weitere Prüflinge da.. Alle standen mit ihren Autos vor dem Prüfungsgelände an und drängelten zum Eingang. Nach vier Stunden des Wartens durfte Tobias in den Parcour fahren. Nach wenigen Minuten hielt ihn ein Prüfer an. Tobias sei mit der Stoßstange ein paar Zentimeter zu nah an den Fußgängerüberweg herangefahren. Das sei ein schwerer Fehler. Er sei durchgefallen und müsse den Parcour sofort verlassen. Diese überstrengen Regeln stehen im absoluten Widerspruch zum tatsächlichen Fahrverhalten auf Perus Straßen!

Mehrere Peruaner, mit denen wir sprachen sagten uns, die Prüfer würden Tobias immer wieder durchfallen lassen - es sei denn, er würde ihnen "ein kleines Geld" zustecken. Wir wollten das nicht akzeptieren und baten ein paar Freunde und Familienmitglieder, für die zweite Fahrprüfung zu beten. Wir glauben einfach, dass unser Gott größer ist als alle korrupten Machenschaften!

Gestern trat Tobias also zum zweiten Mal an, dieses Mal in der "10-Uhr-Gruppe". Wieder musste er mit 80 anderen Mit-Prüflingen warten - und konnte um 13.15 Uhr ins Prüfungsgelände einfahren. Nach wenigen Minuten hielt ihn derselbe Prüfer an wie am Dienstag. Er wollte ihn wieder wegen einer Lappalie durchfallen lassen. Tobias diskutierte mit ihm herum. Da kam ein anderer Prüfer und meinte, Tobias dürfe weiterfahren. Er durfte den gesamten Parcours abfahren und - hat bestanden!! Das ist wirklich ein Wunder und wir sind Gott so dankbar dafür!

Nun können wir uns mit vereinter Kraft um unseren Umzug nach Curahuasi kümmern, der nächste Woche ansteht.

 

Arequipa

Seit gut drei Monaten wohnen wir im schönen Arequipa. Die zweitgrößte Stadt Perus hat eine interessante Geschichte und liegt in einer spannenden Umgebung: 1540 wurde sie von den Spaniern gegründet, genau 100 Jahre nach dem letzten schweren Vulkanausbruch. Die Spanier wussten nichts von den Vulkanen rund um Arequipa, auch nichts von der ständigen Erdbebengefahr, in der sich das Gebiet befindet. Im Durchschnitt gibt es täglich zwölf Erdbewegungen rund um Arequipa! Wir haben jedoch erst ein einziges Mal ein leichtes Beben wahrgenommen. 2001 erschütterte das letze schwere Erdbeben die Stadt. Die Spanier sahen lediglich das angenehm sonnig-warme Klima und die reichlichen Wasservorräte. So bauten sie das Stadtzentrum nur 18 Kilometer vom Krater des Vulkans Misti entfernt, der noch immer aktiv ist!

Arequpia befindet sich am nördlichen Rand der Atacama Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Im Stadtgebiet regnet es nur von Dezember bis Februar. Dieses Jahr hat es noch gar nicht geregnet, was am Klimaphänomen "El Niño" liegt. Wenn es nicht bald regnet, werden uns Wasser und Strom gekürzt. So hoffen wir mit der gesamten Stadt auf baldigen Regen!

 

Sicherheitsbedürfnis

Das Gesellschaftsgefälle hier in Peru ist so anders als in Deutschland, oder sagen wir: es ist viel extremer. Es gibt so viele unsagbar arme Menschen. Man sieht sie in den Mülltüten nach Essbarem oder nach Plastikflaschen suchen. Auf gefährlichen großen Kreuzungen stehen sie mit einem Lappen und gehen die Autoschlange entlang in der Hoffnung, sie dürfen bei einem Auto die Frontscheibe putzen, andere verkaufen den wartenden Fahrern Getränke, eine Zeitung oder einen Schokoriegel. Kinder und Jugendliche machen mitten auf der Straße an roten Ampeln Kunststücke und bitten anschließend um eine Münze. In der Innenstadt und in großen Parks sitzen alte Frauen und Männer auf dem Boden mit einer Personenwaage vor sich: für einen Sol kann man dort sein Gewicht kontrollieren. Bei jeder Fahrt mit dem Bus steigt jemand ein, der den Passagieren seine traurige Geschichte erzählt und um Geld bittet.

 

Die Armen wohnen in kleinen, sehr einfachen Wellblechhütten meist am Rand der Stadt, wo es oftmals kein fließendes Wasser gibt (Arequipa brüstet sich damit, dass 90 % seiner Einwohner über fließendes Wasser verfügen).

 

Auf der anderen Seite gibt es die Reichen: mit dicken Autos fahren sie durch die Stadt, haben mindestens eine Haushälterin bei sich wohnen und wohnen in großen Häusern.

 

Aber nicht nur sie schützen ihre Häuser vor Einbrechern. Eigentlich jedes Haus in der Stadt ist von hohen Mauern und Zäunen umgeben. In unserem Wohnviertel sind sogar die Straßen mit Eisentoren versehen, die nachts verschlossen werden. Die Angst vor Einbruch ist hoch.

 

Picarones

Gestern abend waren wir bei unseren Nachbarn zu einem süßen Abendessen eingeladen. Der 6. Januar ist hier zwar kein Feiertag, aber ein bisschen gefeiert wird er trotzdem. Es gab die in Peru typisch weihnachtliche heiße Schokolade zu trinken, dazu Panetón und selbstgemachte Picarones. Die gibt es hier an jeder Straßenecke zu kaufen. Reni durfte dabei sein und helfen, sie zu machen.

 

Aus einem Hefeteig werden Ringe geformt, die im heißen Fett frittiert werden. Wir hatten Hefeteig aus gut 1kg Mehl gemacht und waren dann insgesamt 1,5 Stunden mit dem Frittieren der Picarones beschäftigt! Gegessen werden sie dann mit miel de caña, Zuckerrohrhonig. Hier gibt es sehr viele frittierte Speisen und frittiertes Gebäck. Unsere Nachbarn konnten es kaum glauben, dass wir zuhause kaum frittieren. "Was esst ihr denn dann??"

 

 

 

Einmal Einrichtung bitte, komplett.

Seit 2. Januar sind wir zurück in Arequipa und auf uns wartet eine Menge Arbeit:

In Curahuasi können wir im Februar ein kleines, neues Lehmziegel-Häuschen beziehen (das bis dahin hoffentlich fertig gebaut ist..). Damit wir dort dann auch alles haben, was wir zum Leben brauchen, müssen wir im Lauf des Januars unseren gesamten Hausstand einkaufen: Waschmaschine, Herd, Kühlschrank, Möbel, Betten, Bettdecken, Geschirr, Besteck... Das fordert uns gerade ziemlich heraus! Geschirr und einige Küchenutensilien haben wir schon im Dezember gekauft und bereits mit nach Curahuasi genommen. Etliches steht aber noch hier in unserem Abstellraum und wartet auf den Transport nach Curahuasi. Unsere Liste an Sachen, die wir die nächsten 2 - 3 Wochen kaufen müssen, ist aber immer noch lang, lang, lang..

Der Transport unserer Sachen von Arequipa nach Curahuasi wird dann auch noch spannend. Wir haben ein großes Transportunternehmen in Arequipa ausfindig gemacht, das recht günstig Frachten in alle großen Städte Perus transportiert. Curahuasi ist eigentlich kein Halt von ihnen. Aber da der Ort an der Panamericana auf der Strecke zwischen Abancay und Cusco liegt, auf dem die Trucks des Transportunternehmens durchkommen, haben wir das OK vom Flottenchef bekommen, dass der Truck für uns in Curahuasi hält. Wir müssen alles sehr gut verpacken (lassen), uns für alle neugekauften großen Dinge wie Herd oder Waschmaschine eine Genehmigung bei der Polizei holen, dass sie legal transportiert werden dürfen, und dann zur Transportgesellschaft bringen. "Bringen" klingt so einfach, wir wissen noch nicht, wo wir so große Taxis  ausfindig machen können, die solch große Dinge transportieren können.. Aber mit Gottes Hilfe, Geduld und Humor werden wir das schon schaffen!

 

 

Zum ersten Mal in Curahuasi

Seit einer Woche sind wir in Curahuasi, wo das Krankenhaus und die Schule von Diospi Suyana sind. Wir verbrachten hier ungewohnte, aber sehr schöne Weihnachtstage. Wir dürfen im Haus einer deutschen Familie wohnen, die über Weihnachten nach Deutschland geflogen ist.

 

Curahuasi ist so ganz anders als Arequipa. Momentan ist Regenzeit und alles ist grün, das ist wunderschön und für unsere seit 2,5 Monaten an Arequipas staubige Wüste gewöhnten Augen eine Wohltat! Den ersten Regen seit unserer Ankunft in Peru haben wir richtig genossen! Der Dreck und die Armut, in der die Menschen hier leben, hat uns allerdings erstmal ziemlich schockiert. Nach einigen Tagen hier im Ort können wir aber auch viel schönes entdecken: sehr freundliche Dorfbewohner, eine unglaublich positive Gemeinschaft aller Diospi-Mitarbeiter und ein sehr angenehmes Klima verbunden mit einer wunderbaren Aussicht, wenn die Wolken die Sicht auf die schneebedeckten 6000-er Gipfel freigeben. Wir waren auch schon zwei Mal bei unserem zukünftigen Vermieter, der fleißig an dem Häuschen weiterbaut, in das wir im Februar einziehen können. Wir hoffen, er kriegt noch so manches fertig bis dahin..

 

Weihnachtsdeko auf peruanisch

So langsam ist es auch im noch so sommerlichen Arequipa nicht mehr zu übersehen: es ist bald Weihnachten! Das Zentrum hat sich herausgeputzt: an jeder Ecke Schneemänner aus Papier und Plastik, Rentiere und Weihnachtsmänner. Auf der Plaza de Armas in der Innenstadt ist ein riesiger Weihnachtsbaum aufgestellt.

 

Auch in unserem Viertel blinkert und dudelt es überall: auf unserer Straße wurde diese Woche um die Wette dekoriert. Je bunter und schriller, desto besser! Die peruanischen Lichterketten können nicht nur wild blinken, sondern spielen dazu noch weihnachtliche Melodien (Reni schläft seither mit Oropax). Und da es hier kaum Nadelbäume gibt, wird eben der Baum vor der Haustür weihnachtlich geschmückt - zur Not muss der Kaktus zum dekorieren herhalten ;)

 


Poststreik vorbei!

Die peruanische Post arbeitet wieder! Pünktlich zu Weihnachten verspricht sie all ihren Klienten, alles zu geben und ihre Arbeit zu beschleunigen. Nach fast 6 Wochen Streik will sie nun so viel wie möglich der liegengebliebenen Postsendungen bis Weihnachten austragen. Wir sind gespannt...

 Quelle: http://www.serpost.com.pe/


Chicha morada

...ist eines der Lieblingsgetränke der Peruaner. Wir haben es auch schon oft getrunken. Gestern haben wir es zum ersten Mal selbst hergestellt. Es ist eine Art Saft, der aus schwarzem Mais gekocht wird:
Schwarzer Mais wird mit Zimt, Nelken, Anis und Ananasschalen in Wasser gekocht, bis der Mais so richtig ausgefärbt hat. Dann schmeckt man alles mit Zucker und Zitronensaft ab und hat ein sehr leckeres Getränk!

Da es durch den Zimt und die Nelken für unseren Geschmack ein bisschen weihnachtlich schmeckt, dient uns die Chicha aktuell auch ein klein wenig als Punsch- und Glühweinersatz :)

 


Sonntagsfrühstück

Heute waren wir bei einer peruanischen Familie zum Frühstück eingeladen. In ganz Arequipa und Region gibt es zum Sonntagsfrühstück "Adobo". Hierzu wird Samstags Schweinefleisch in Gewürzen, Knoblauch und Saft aus schwarzem Mais eingelegt. Am Sonntag morgen wird das Fleisch dann mit Zwiebeln zur Suppe gekocht. Diese Suppe gibt es dann mit Brot zum Frühstück. Anschließend trinkt (muss!) man einen Anisschnaps (trinken).


Nach dem Frühstück sind wir mit unserer peruanischen Freundin Lucia und ihren Kindern zum Gottesdienst gefahren: in ihrem wunderschönen VW-Käfer! Hier in Peru fahren viele Käfer herum! Überall hört man sie um die Ecke knattern. Lucias Käfer ist von ihrem Opa, er hat ihn 1974 gekauft... Wir staunten mal wieder, wie viele Menschen in peruanische Autos passen!



Poststreik in Peru

Viele Freunde und Familienangehörige haben in den letzten Wochen Pakete an uns losgeschickt, darüber freuen wir uns sehr! Zwei vor kurzem losgeschickte Pakete sind leider wieder zurück an den Absender geschickt worden, da in Peru gerade mal wieder die Post (Serpost) streikt. Der Postverkehr zwischen Deutschland und Peru ist daher leider auf nicht absehbare Zeit unterbrochen.

Bitte wartet daher mit dem Versand von Briefen und Paketen, bis wir euch vom Ende des Poststreiks berichten können!

 


Wir haben unser Visum!

Wir sind wieder in Lima, um unsere Visaangelegenheiten weiter zu bringen. Gestern hatten wir unseren Termin bei "Migraciónes". Um 7.20 Uhr sind wir los und sind mit zwei Bussen eine Stunde lang durch Lima gefahren. Der erste war ein normaler, prallvoller "Combi", der sich mit allen anderen Fahrzeugen durch den dichten Verkehr kämpfte (hupte!). Dann stiegen wir um in den "Metropolitano", einen Expressbus, der seit 2010 durch Lima fährt (rast!). Er hat auf einer vielspurigen Straße in der Mitte seine eigene Spur und umgeht daher den Dauerstau.

Im Migrationsamt waren wir 3 Stunden lang beschäftigt (v.a. mit Warten), ehe wir (Tobias und Reni) unsere brandneuen, peruanischen Pässe in Empfang nehmen konnten. Wir konnten anschließend noch den Visum-Prozess unserer Kinder starten. Diesen kann man hier erst dann beginnen, wenn die Eltern eine Aufenthaltsgenehmigung haben. Für sie werden wir im Januar oder Februar noch einmal nach Lima reisen müssen..

Zurück zum Gästehaus fuhren wir mit dem Taxi. Der Taxifahrer kannte sich super aus und bog von den großen, stark verstopften Straßen in kleine Nebenstraßen mit weniger Verkehr ein. Dennoch brauchten wir wieder eine ganze Stunde für die 11 Kilometer in unser Gästehaus.

Es gibt in dieser Stadt wohl keine Uhrzeit, in der es keine "Rush-hour" gibt! Das liegt daran, dass es viel zu viele Autos gibt: 180.000 Kleinbusse und etwa 250.000 Taxis (100.000 zu viel!) kämpfen sich tagtäglich mit den Privatautos, zig Polizeiautos und -Motorrädern durch die Straßen. 200.000 Neuwagen werden jährlich in Lima gekauft und angemeldet (das sind 548 pro Tag!). Offiziell hat Lima 8 Milillionen Einwohner, doch in den schnell wachsenden Randbezirken leben nach Schätzungen zusätzlich 2 bis 4 Millionen Menschen. Über 2 Millionen Menschen fahren täglich in die Stadt hinein zur Arbeit - und am Abend wieder hinaus. Das Dauergehupe ist wohl das typischste Geräusch für diese Hauptstadt!

Wir sind froh, dass unsere Aufenthaltsbewilligung so schnell bearbeitet wurde. Am Sonntag fliegen wir zurück nach Arequipa. Euch allen einen schönen 2. Advent und Nikolaustag!

 


Fast schon Weihnachten

Bei diesem Sommerwetter und ohne Lebkuchen, Spekulatius oder Schokoladennikoläuse in Advents- und Weihnachtsstimmung zu kommen, ist gar nicht so einfach. Da wird uns bewusst, wie sehr wir an Äußerlichkeiten hängen, anstatt uns auf´s Wesentliche zu konzentrieren: die Geburt Jesu!

Die Peruaner essen in der Weihnachtszeit "Panetón", ein klein wenig ähnlich dem deutschen Stollen, aber auch nur ein klein wenig.. Der Paneton ist ein Hefekuchen mit Rosinen und kandierten Früchten. Dazu trinkt man heiße Schokolade. Davon hat unsere Nachbarin uns am Wochenende eine ganze Kanne voll zum Probieren gebracht. Hierfür wird Milch mit einer speziellen Schokolade am Stück aufgekocht. Diese Trinkschokolade schmeckt ganz anders als die heiße Schokolade, die wir kennen: sehr reichhaltig und fettig und ein bisschen marzipanig.

Advent sagt hier kaum jemandem etwas. Wenn man vorweihnachtlichen Schmuck sieht, dann in vielen Farben blinkende Rentiere in den Vorgärten der Mittelschicht. Wir haben uns daher sehr gewundert und riesig gefreut, als wir im Zentrum in einem Bastelladen einen Adventskranz gefunden haben! Vom Stil her ist er dem europäischen Adventskranz nach empfunden, nur eben komplett aus Plastik.

Gestern war für uns schon fast Weihnachten: wir konnten endlich ein Paket bei der Post abholen, auf das wir schon lange warten. Wir hatten es uns Anfang Oktober kurz vor unserer Ausreise selbst hierher geschickt. Der Zoll in Lima hatte es 6 Wochen festgehalten und als "unbegleitetes Gepäck" eingestuft. Nach vielen Formalitäten und einer gehörigen Portion Gebet und Geduld konnten wir es nun gestern endlich in Empfang nehmen. All unsere Weihnachtsbücher und -CDs waren darin und die Freude der Kinder war groß! Jetzt kann die Adventszeit also beginnen!



Ausflug in den Colca Canyon

Letztes Wochenende haben wir unseren ersten großen Ausflug gemacht: in den gut 150 km entfernten Colca Canyon, den zweittiefsten Canyon der Welt (doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA).

Am Samstag fuhren wir mit einer kleinen Reisetruppe früh am morgen mit dem Bus in Arequipa los. Auf der Strecke durch die Wüste staunten wir über die vielseitigen Wüstenlandschaften und sahen etliche Lamas, Alpacas und Vicuñas (südamerikanische Kamelarten) in freier Wildbahn. Höchster Punkt auf der Reise war der karge Paso de Patapampa auf 4910m. Der Wind dort oben war eisig. Hier oben haben Reisende jahrhundertelang kleine Türme aus Steinen gebaut, um eine gute Weiterreise zu erbitten.
Den Kindern und Reni ging es die gesamte Zeit gut, nur Tobias kämpfte ab mittags mit sehr starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Wir wissen nicht, ob es die Höhenkrankheit war oder eine Art Migräneanfall. Wir kauften Tabletten gegen beide Übel und Tobias fühlte sich Gott sei Dank von Stunde zu Stunde besser. Reni und die Kinder waren nachmittags noch in abenteuerlichen Thermalquellen baden, Tobias kurierte sich im Hostel aus.

Am Sonntagmorgen stiegen wir um 6 Uhr wieder in den Bus. Wir hatten wie alle anderen Besucher des Canyons die große Hoffnung, fliegende Kondore beobachten zu können. Und die fliegen nur früh morgens und v.a. an der tiefsten Stelle der Schlucht, gut 1,5 Busstunden entfernt von unserem Ausgangspunkt. Wir passierten einige kleine Dörfer, in denen wir z.T. kurz pausierten. So konnten wir tanzende Mädchen, bunte Lamas, zahme Adler, einen rauchenden Vulkan und kleine koloniale Kirchen bewundern.

Gegen 8 Uhr sahen wir dann tatsächlich die ersten beiden Kondore! Wir hielten sofort an und konnten das über uns kreisende Kondorpärchen bewundern. Weiter am Zielpunkt waren schon etliche andere Schaulustige. Doch wir hatten wieder Glück! Wir konnten noch einmal 4 Kondore in ihrem majestätischen Flug bewundern! Kondore erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 3 Meter und schlagen nur selten mit den Flügeln. Sie gleiten auf den vom Canyon verursachten thermischen Luftströmungen dahin und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h.
Auf der Rückfahrt durch die immer weiter werdende Schlucht konnten wir von mehreren Aussichtspunkten aus die wunderschönen Terrassenanlagen bewundern, die schon aus der Zeit vor den Inkas stammen. Durch sie konnte das steile Bergland landwirtschaftlich genutzt werden. Gleichzeitig halten diese Terrassen die Erosion auf und stabilisieren die Hänge.



Einkaufen in Peru

Wir wohnen in einem kleinen Stadtviertel mit einer der fünf großen Malls (Einkaufzentren) von Arequipa gleich um die Ecke. Dort gibt es einen großen Supermarkt, in dem man fast alles kaufen kann, was es auch in Europa gibt. Manche Dinge wie z.B. Obst und Gemüse sind z.T. deutlich günstiger als in Deutschland. Hygieneartikel und Milchprodukte sind dagegen um einiges teurer. Für einen Wocheneinkauf geben wir also ähnlich viel Geld aus wie in Deutschland.

Viel mehr Spaß macht es jedoch, auf einem der großen Märkte einzukaufen. Hier gibt es ein riesiges Angebot an Obst und Gemüse, rohem (ungekühltem!) Fleisch, Reis, Käse und Hülsenfrüchte. Um die Märkte herum gibt es unzählbare kleine Läden, die immer eine Kategorie an Sachen verkaufen: Zahnpastas und -bürsten in Hülle und Fülle gibt es im einen, Eier im nächsten und Getränke im anderen. Meistens drängen sich zig Läden mit haargenau demselben Angebot in einer einzigen Straße, z.B. Putzartikel. In der nächsten Straße gibt es dann viele Läden mit Geschirr und Besteck. Und in der übernächsten gibt es Süßigkeiten und Kekse in Hülle und Fülle. Leider gibt es keinen Stadtplan, der anzeigt, in welcher Straße man was kaufen kann ;)



DANKE an alle Spender!

Am Freitag hat uns die VDM über die für uns eingegangenen Spenden im Oktober informiert. Neben den regelmäßigen monatlichen Spenden haben wir auch einige größere Einmalspenden erhalten. Zudem haben ein paar unserer Unterstützer ihre bisherige monatliche Spendenzusage verdoppelt, andere sind neu hinzugekommen. Wir sind begeistert über diesen großen Zuspruch an Unterstützung und empfinden dies als großen übernatürlichen Segen! Wir hoffen und beten, dass Gott Eure Großzügigkeit einmal belohnt!

Wir möchten uns bei ALLEN bedanken, die uns bei unserem Vorhaben so TREU unterstützen. Dadurch sind unsere monatlichen Ausgaben aktuell komplett gedeckt! Nur mit euch ist das Projekt "Malisis in Peru" und unsere baldige Mitarbeit bei Diospi Suyana möglich!

 


Wäsche trocknen leicht gemacht

Mit dem tagsüber heißen Sonnenschein und dem ständigen Wind auf unserem Dach trocknet unsere Wäsche hier im Nu. Das ist auch gut so, denn durch den Wüstenstaub, dem wir hier permanent ausgesetzt sind, können wir kaum etwas noch an einem zweiten Tag anziehen. Wichtig ist nur, vor dem Aufhängen der Wäsche die Wäscheleine zu putzen, sonst haben wir überall schwarze Ränder auf der Wäsche! Das haben wir gleich nach unserer ersten schwarzlinierten Wäscheladung gelernt!

 


Allerheiligen in Peru

..ist ein sehr wichtiger Feiertag! Alle gehen auf den Friedhof, schmücken die Gräber mit vielen Blumen, Kerzen und Bildern. Viele Musikgruppen sind zugange und an jeder Ecke kann man etwas zu essen und zu trinken kaufen. Kurzum: es wird gefeiert. 

Zum einen werden an diesem Tag alle heiligen Märtyrer verehrt, die keinen eigenen Feier- oder Namenstag haben. Deren Konterfei eingerahmt in Glitzer und Tüll kann man in diesen Tagen überall kaufen. Zum anderen glauben die Menschen hier, dass am 1. und 2. November die Seelen ihrer verstorbenen Familienmitglieder auf die Erde zurück kommen können, um ihre Angehörigen zu besuchen. Daher gehen ganze Großfamilien auf den Friedhof, um sich mit ihnen zu treffen, wenn auch nur im Geist. In den Gebieten der einstigen Inkas ist es auch Brauch, Essen und Getränke (v.a. alkoholische Getränke) am Grab aufzutischen und gemeinsam zu essen - ein Teller ist natürlich für den Verstorbenen reserviert.

Weiterhin gehen Familien in diesen Tagen ans Grab ihrer Verstorbenen, um dafür zu beten, dass die Seelen ihrer Lieben den Weg in den Himmel finden.

Da diese beiden Tage ein wichtiger Bestandteil der peruanischen Kultur sind, machte die Sprachschule heute einen Ausflug auf einen großen Friedhof am Rand von Arequipa.



Kindergarten in Peru

Julian hat seine erste Woche im Kindergarten geschafft. Das peruanische System ist sehr verschieden zum deutschen Kindergartensystem. Der Druck auf die Kindergärten ist sehr hoch, da die Kinder vor dem Schuleingang eine sehr anspruchsvolle Prüfung ablegen müssen. Bestehen sie diese nicht, können sie keine private Schule besuchen. Es bleibt ihnen nur noch die staatliche, wohl sehr schlechte Schule übrig. Das wollen alle Eltern vermeiden.

Die Eignungsprüfung der privaten Schulen ist teuer! Eenn sie bestanden ist, kostet die Einschreibung in die neue Schule auch allerhand, je nach Grundschule hier in Arequipa zw. 140 und 4150 Euros! Anschließend kommen monatliche Schulgebühr hinzu. Jetzt wissen wir, warum viele Eltern jeweils zwei oder sogar drei Jobs machen, oft an sieben Tagen in der Woche arbeiten gehen!
Daher also werden Kinder ab zwei im Kindergarten auf Schule getrimmt - sie müssen bis zur Eignungsprüfung z.b. die Zahlen von 1 bis 1000 beherrschen!

In Julians Kindergarten kommen die Kinder um 9 Uhr. Es gibt zwei Spielzeiten von jeweils 30 min. Die restliche Zeit verbringen die Kinder im "Klassenzimmer", wo sie schon sehr schulisch unterrichtet werden. Momentan lernen die Kinder ab 3 die Zahlen. Dazu machen sie viele Schreib- und Zählübungen. Insgesamt geht es sehr streng zu. Um 13h ist dann Schluss.

Julian kämpft noch etwas mit diesem System und natürlich v.a. auch damit, dass er noch kaum was versteht. Wir hoffen, dass er sich schnell an das neue System und ans Spanisch gewöhnt! Paso a paso (Schritt für Schritt), das ist gerade unser Credo!
Was Julian total Spaß macht, sind die Hausaufgaben! Ab dem zarten Alter von 3 (!) Jahren bekommen die Kinder täglich eine Hausaufgabe. Die will Julian immer sofort machen, wenn wir zuhause sind!



Estamos en Arequipa!

Nun sind wir also in Arequipa angekommen, wo wir nach fast 4 Wochen aus-dem-Koffer-leben endlich all unsere mitgebrachten Dinge auspacken durften! Die Kinder haben sich sehr sehr über ihre Spielsachen gefreut!


In unserer letzten Info haben wir untertrieben: Arequipa liegt auf 2300m Höhe! Hier ist es viel wärmer als in Lima, die Sonne ist viel stärker! Man kann von früh bis spät im T-Shirt und in kurzen Hosen herumlaufen! Nur nach Sonnenuntergang um 18 Uhr wirds langsam etwas kühler. Doch die Arequipeños laufen herum wie bei uns im Herbst: mit Pullovern, langen Hosen und z.T. Winterstiefeln! Ob das ihr Sonnenschutz ist..?

Arequipa liegt in der Wüste und liegt am Fuße von drei schlafenden Vulkanen. Vom Dach unseres Hauses haben wir den obigen, wunderschönen Ausbilck. Der berühmtesten Vulkan ist der Berg in der Mitte, der Misti mit 5822 m. Es gibt hier (wie auch schon in Lima) aufgrund der Wüste sehr viel Staub überall. Nach unserer Ankunft mussten wir erstmal unsre ganze Wohnung putzen, die zuvor sechs Monate nicht bewohnt war.. alles war mit einer rotbraunen Staubschicht überzogen. Wir mussten also erst einmal los, um Putzmittel etc. zu kaufen, da diese in der Wohnung nicht vorhanden waren.

Tobi startete am Montag mit der Sprachschule, Julian schaute sich mit Mavi und Reni den Kindergarten an.

Wir müssen uns erst einmal an unseren neuen Alltag gewöhnen und werden bald mehr davon berichten!



Viele Grüße aus Lima!

4 Tage Lima liegen hinter uns! Wir sind von Interpol auf Herz, Nieren und Zähne (!) geprüft worden, bekamen vom Notar viele Stempel in allerlei Farbe und Größe auf unsere Dokumente und erlebten spannende Taxifahrten auf Limas chaotischen Straßen. Wie gut, dass wir immer wieder in unsere kleine Oase des schweizer Gästehauses zurück kehren konnten, wo wir schon einen Kolibri und frei lebende Papageien beobachten durften! Steht man jedoch 500m weiter an einer großen Straßenkreuzung, kann man sich vor Lärm und Chaos kaum unterhalten und mag aufgrund der von Abgasen verpesteten Luft garnicht tief einatmen. Hier fahren Autos herum, die in Deutschland schon Anfang der 90er Jahren keinen TÜV mehr bekommen hätten.. Morgen (17.10.) machen wir uns auf den Weg nach Arequipa, eine weitere Wüstenstadt in Peru, jedoch 1800m höher als Lima. Dort beginnt für Tobias die Sprachschule und Julian darf einen Kindergarten besuchen.

 

Heute wurden wir auch auf der diopspi-suyana-Homepage vorgestellt!

http://www.diospi-suyana.de/die-malisis-in-peru/

 


Wir sind in Peru!

Nach insgesamt knapp 15 Stunden Flug sind wir gestern Abend (12.10.15) gut in Lima gelandet! Wir hatten eine lange (23 Stunden) aber gute Reise. Heute konnten wir uns etwas im schönen Gästehaus und Garten einer schweizer Missionsgesellschaft erholen. Morgen haben wir unseren ersten Termin in der zweittrockensten Hauptstadt der Welt. In Lima haben wir diese Woche Behördentermine zu erledigen, bevor wir am Samstag weiter nach Arequipa fliegen.

 


Ein neuer Artikel über uns!

Die Sächsische Zeitung brachte letzte Woche einen schönen Artikel über uns und unser Vorhaben, vielen Dank dafür!

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Artikel Sächs. Zeitung 16.09.2015.pdf
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